Meine Bilder

This page intends to provide a short insight into my new paintings.
Visitors can follow the entire path from the search and finding of new materials up to my studio work.
Finally, there is a small gallery with a selection of my recent works. 

Draußen und unterwegs sein, etwas Interessantes finden und damit arbeiten – so fängt meistens alles an.
Mein Blog gibt hoffentlich einen ganz guten Überblick über das, was ich so mache.
Hier möchte ich jetzt speziell ein paar Worte über mich und meine Bilder schreiben.

Ich habe an der Alanus Hochschule Malerei studiert. Nach meinem Diplom als Maler war ich bei einer Restaurierungs-Werkstatt angestellt. An der Hochschule für Musik und Tanz in Köln habe ich schließlich noch ein Masterstudium im Bereich Kunstmanagement abgeschlossen. Seitdem arbeite ich als Freischaffender Künstler.

Bildträger sammeln

Neben dem Malen, Fotografieren und Zeichnen finde ich vor allem wichtig immer weiter neugierig und auf der Suche zu sein. Ich möchte versuchen in den Dingen und Menschen, die mir begegnen, einen Wert zu entdecken – es sind auf ihre Art alles Fundstücke, aus denen man noch etwas machen kann…

Ich zeichne sehr viel und liebe Aquarellmalen. Das geschieht aber meistens still und leise im Atelier. Der Entstehungsprozess meiner Bilder mit Ölfarben auf Holz ist da schon sehr viel spannender und lässt sich anschaulicher erzählen. Deshalb hier nun exemplarisch ein Einblick in meine Arbeit an der Serie mit den Fundstücken.

20000 Kilometer

Für meine Serie „Fundstücke“ sammle ich die Bildträger überall, wo ich unterwegs bin. Sehr oft werde ich am Rheinufer fündig. Im Verlauf der letzten Jahre habe ich so mit dem Fahrrad über 20000 Kilometer zurückgelegt.

In meiner Werkstatt entstehen die Bilder anschließend über einen längeren Zeitraum. Nur durch viele Schichten, lasierendes Auftragen, Warten, Geduld und Übermalungen bekommen sie eine schöne Tiefe und Intensität der Farbflächen. Mein Arbeitsplatz ist in der Ateliergemeinschaft „Kunstbrennerei“ in Bonn.

Die Kunstbrennerei: Hier habe ich mein Atelier

Gelb ist sehr empfindlich, reagiert sofort auf Verunreinigungen und wird schnell grünlich und nicht mehr leuchtend. Möchte man ein leuchtendes Gelb, muss man damit anfangen. Daneben suche ich aber generell erst einmal möglichst helle Farbflächen anzulegen.

Beim Farbenmischen gilt es, möglichst nicht in die „Graufalle“ zu tappen. Es ist nicht gut eine Farbe mit Weiß aufzuhellen. Insbesondere Titanweiß ist kritisch, aber eigentlich droht die Vergrauung mit allen Weißarten. Die Graufalle heißt so, weil alle mit Weiß gemischten Farben „gräulich“ wirken und nicht mehr brillant sind. Es ist kein Glanz mehr in ihnen.

Studioporn Kunstbrennerei
Mein Arbeitsplatz mit Tisch, Staffelei und neuen Brettern

Das Gegenteil dieser ergrauten Farben erlebt man mit Lasuren. Durch viele dünne Farbschichten kann man eine Farbfläche tief, leuchtend und „brillant“ machen.
Nach dem ersten Schritt wirken die jungen Bilder oft noch etwas stumpf. Man ist ungeduldig und möchte das Bild gerne direkt entstehen sehen. Dabei fällt es dann schwer etwas zu tun, was nur die Basis für einen späteren Schritt sein soll. Es ist nicht leicht eine Fläche noch offen zu lassen, etwas frei und schwingend zu malen und den richtigen Zeitpunkt zu finden – bevor etwas totgemalt ist. Das Malen ist außerdem als Prozess sehr erfüllend und die Freiheit, welche man im Schaffensprozess erleben kann, lockt natürlich sehr. Vielleicht sträubt sich deswegen oft etwas in uns gegen ein zu strukturierteres Vorgehen? Möchte man ein leuchtendes Bild, geht es aber leider nicht anders. Ich bin jedenfalls selten gleich mit dem ersten Ergebnis zufrieden.

Die Formen, Farben, Komposition, Linien und Kontraste entstehen mit jedem Bild anders und immer wieder neu. Ein guter Ausgangspunkt ist oft die Form und Farbe des gefundenen Bildträgers. Wenn er sauber und frisch poliert ist, zeigt sich schon eine erste Tendenz. Daraus wächst dann das Bild und jede Arbeit hat ihre eigenen besonderen Notwendigkeiten.

Es ist vielleicht ein Traum, der Künstler schon immer fasziniert hat. Die Idee, dass man, wenn alle glücklichen Umstände in gesegneter Konstellation stehen, in einem Rutsch das eine geniale Bild zaubern kann.
Meine Erfahrung ist aber, dass besonders Übermalungen, Farbschichtungen und Lasuren ein Bild interessant machen. Etwas halb oder ganz Verborgenes oder einfach auch nur das Wissen, dass etwas darunter ist.
Die Prozesse des Werkes können dem Bild Tiefe geben und es nach und nach aufladen.
Nachdem ich am Anfang zwar viele helle Farben habe, übermale ich im Anschluss wieder große Flächen mit unterschiedlichen Lasuren. So werden die Bilder zum Schluss frisch aber tief und die Farben leuchten hell und wirken doch rein und lebendig.