Kunstmarketing

Über Marketing gibt es viele Bücher und Blogs. Jedes große Unternehmen hat Marketingexperten. Doch trotz all diesem professionellen Wissen für nahezu alle Wirtschaftszweige gibt es kaum brauchbare Tipps und Ideen für Künstlerinnen und Künstler. Bücher zum Thema Kunstmarketing richten sich fast ausschließlich an kulturelle Institutionen, an Museen oder Konzerthäuser. Die meisten angebotenen Lösungen sind entweder zu trivial und bestehen nur aus schlagwortartigen Plattitüden, oder sie sind viel zu groß und umfassend für Einmannbetriebe, Freiberufler und Soloselbstständige. Auch Videos auf Youtube helfen nur selten weiter, weil man sie nicht ohne Weiteres in eine eigene Strategie umwandeln kann. 

Eine besondere Herausforderung ist, dass Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeit nicht immer und ausschließlich an den Bedürfnissen des Marktes ausrichten können und wollen. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht als weiterer Experte hervortun oder ein komplett neues Fass aufmachen. Aber ich möchte einen inspirierenden Text schreiben und konkrete Ideen zusammentragen. In diesem Beitrag will ich Tipps sammeln, die Künstlerinnen und Künstlern helfen können, mit dem Thema Marketing umzugehen. Dabei soll dieser Text immer weiter wachsen und nach und nach zu einer umfangreichen Marketing-Inspirationsquelle werden. 

Im Rahmen meiner Forschung zum Werk- und Produktkonzept in der Malerei habe ich diese Ikone und eine Absinthfee mit Öl auf Holz gemalt. Die Bildträger habe ich nach dem Hochwasser am Rheinufer gesucht, einige Jahre trocknen lassen und anschließend bemalt. Das Inkarnat ist auf Basis von zyprischem- und sehr hellem französischem Ocker. 

Wenn man in der Malerei über den Werkbegriff nachdenkt, ist die Ikone das Extrem. Eine Ikone ist quasi das Kunstwerk in seiner Reinform. Es gibt sogar in vielen Völkern Erzählungen über wundertätige Ikonen. Mit Gold und kostbarem Lapislazuli immer weiter überhöht und aufgeladen entsteht nach und nach ein richtiges ideelles Gegenüber.
Die grüne Absinthfee ist ein metaphorisches Konzept für künstlerische Avantgarde und die Entdeckung und den Dialog mit neuen, jenseitigen Welten. Für Künstlerinnen und Künstler war sie schon immer Inspiration und Symbol für das Bohème sein und für prospektives Gedankengut in einer sich wandelnden Gesellschaft. Sie kann als Zeichen für poetische Inspiration, für eine freie Geisteshaltung, neue Ideen und Transformation stehen.

Vieles, was in der Wirtschaft funktioniert, kann theoretisch auch für Kunstschaffende gelten. Dennoch ist es in der Praxis nicht so einfach. Einerseits definieren sich Künstlerinnen und Künstler stark über ihre Tätigkeit. „Wollen Sie sich zur Hure des Marktes machen? Die Kunst ist frei!“ Kunstschaffende sind auch oft menschlich nicht ganz unkompliziert. Teilweise sind sie geradezu narzisstisch, selten kritikfähig und es fehlt ihnen jegliche professionelle Distanz zur eigenen Arbeit. Andererseits haben Kunstschaffende oft das Gefühl, alles zu können. Besonders wenn sie Geld brauchen, sind sie auch bereit (fast) alles zu machen: „Familienwappen? Porträts? Kopien? Ich male ihnen alles! Hauptsache, es kommt irgendwie Geld rein…“ 

Diese Flexibilität ist am Anfang einer künstlerischen Karriere wichtig, um überhaupt zu überleben, genau darin liegt aber später auch eine Gefahr. Viele Künstlerinnen und Künstler haben kein eigenes Profil. Sie können alles und nichts. Niemand weiß, was sie eigentlich machen und wollen. Wer bin ich als Künstlerin? Wer bin ich als Künstler? Was mache ich? 

Marketing für Kunstschaffende heißt zunächst, die eigene künstlerische Identität auszubauen.

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Identität und Präfiguration. Zum Umgang mit offenen Kunstsystemen. 

In der Kunst geht es am Ende immer auch um den Menschen. Dabei ist es manchmal jedoch gar nicht so einfach, die Menschen zu mögen. Für viele Probleme kann man die Menschheit verantwortlich machen. Allein die Umweltprobleme: Plastik im Meer, Artensterben, Klimawandel… Trotzdem ist die Menschenliebe für Künstlerinnen oder Künstler ein sehr wirksamer Antrieb und viele Arbeiten drehen sich um den Zweck des Menschseins oder das Verhältnis des Menschen zur Welt. 

Besonders in schwierigen Zeiten ist es wichtig, die Menschen gern zu haben. Dabei hilft, wenn man sich klar macht, dass viele unserer globalen Probleme in Wirklichkeit nicht von einzelnen Menschen gemacht sind, sondern in der Form ihres Zusammenlebens gründen. Tatsächlich sind nur selten einzelne Menschen schuld. Unsere Probleme sind vielmehr Probleme der Gesellschaftsform: Es sind wirtschaftliche und politische Probleme, aber keine Probleme des Menschen an sich. Es gibt eine gemeinsame Verantwortung einer Gesellschaft, beispielsweise gegenüber der Geschichte und gegenüber gemeinsamen Idealen und Werten. Jedoch alle Menschen pauschal verantwortlich zu machen ist insbesondere auch deshalb unfair, weil die meisten Menschen mit den aktuellen Zuständen der herrschenden Elite, korrupten Politikern oder Militärdiktaturen absolut nicht einverstanden sind. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Es wäre zynisch, wenn man sie für die Situation in ihrer Heimat verantwortlich machte. Auch lebt beispielsweise die Hälfte der Menschen in armen Verhältnissen (48,4 % der Weltbevölkerung lebten 2013 von weniger als 5,50 Dollar am Tag) und hat überhaupt nicht genug Geld, um exzessiv zu konsumieren und viele Ressourcen zu verbrauchen. Die Menschen sind also nicht das Problem, sondern die Gesellschaftsform und sehr wenige einzelne Privilegierte, die unverhältnismäßig davon profitieren. 

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Oben auf dem Gipfel, Gegenlicht

Wie Künstlerinnen und Künstler in Zukunft glücklich und effektiv arbeiten können. Mein Portfolio-Konzept.

Künstlerische Positionen bieten eigene Blickwinkel auf aktuelle Fragestellungen. Ob Gesellschaft, Umwelt oder wirtschaftliche Fragen… Kunstschaffende entwickeln auf kreativen Wegen eigene Positionen zu einer großen Vielzahl von Themen. Oft sind das Themen, die auch für andere interessant sein können. Beispielsweise für ein interessiertes, aber eher kunstfernes Publikum, aber auch für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. 

Ich habe in diesem Zusammenhang zwei Felder ausgemacht, die ich verbessern möchte und zu denen ich mir an dieser Stelle Gedanken machen möchte:

Zunächst ist die Vermittlung der künstlerischen Arbeit problematisch. Der hinterfragende, suchende Ansatz von vielen Kunstschaffenden lässt sich oft nicht kurz und einfach darstellen. Beispielsweise sind soziale Medien wie Twitter, Facebook oder ein Video bei Youtube eine sehr gute Möglichkeit, um gesehen zu werden. Die Aufmerksamkeitsspanne ist dort aber eher kurz und wird der komplexen Thematik und der gewünschten Tiefe und Betroffenheit der künstlerischen Position selten gerecht. Eine Folge ist, dass viele Themen nur vereinfacht dargestellt werden. Die Sozialen Medien sind zunächst vielleicht kurz von Vorteil, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Langfristig sind sie aber ungünstig, wenn nichts weiter kommt bzw. wenn der nötige Hintergrund fehlt. 

Ein Portfolio ist normalerweise eine Sammelmappe. Nur die besten Arbeiten werden zusammengefasst. Aber welche Arbeiten sind die besten? Im Rahmen dieses Beitrags über Portfolios zeige ich ausschließlich mit Kaffee (Caffenol) selbstentwickelte Fotos.
Es ist eine strikte Auswahl nur der Bilder, welche im letzten Jahr am meisten „Likes“ bekommen haben. Es sind vielleicht nicht meine besten Fotos, aber ganz klar meine beliebtesten.  „Wie Künstlerinnen und Künstler in Zukunft glücklich und effektiv arbeiten können. Mein Portfolio-Konzept.“ weiterlesen

Über das Interessante

In den vergangenen Wochen habe ich oft Notizen gemacht und viel gezeichnet. Hier möchte ich einige dieser Zeichnungen zeigen und aus meiner Sammlung an losen Gedanken herausschreiben, was interessante Dinge, Situationen und Menschen charakterisiert.
Generell würde ich gerne behaupten, dass alles interessant sein kann. Interesse ist vor allem eine innere Haltung und liegt nicht allein in den äußeren Dingen, sondern vielmehr auch in unserer Fähigkeit durch Empathie, Begeisterung und Phantasie mit der äußeren Welt umzugehen und dadurch unsere eigene Welt zu erfüllen und zu bereichern. 

Aber ganz von Anfang an: Was ist interessant?

Interessant ist zum Beispiel etwas Besonderes: Außerordentlich groß, ungeheuer wertvoll, selten, kostbar, extrem… Gerade wenn wir es noch nicht so richtig begreifen und kein festes Bild haben, wird unsere Phantasie angeregt. 

Interessant kann aber auch sein, wenn man eine Sache besser versteht, die einen viel beschäftigt hat. Etwas, wo man starke Gefühle und auch Widerstände erlebt hat. Dann sind neue Aspekte dazu interessant: Lösungen, Instrumente, Tricks, Wege die mich weiterführen und mir helfen, mein eigenes Projekt daraus zu machen. Interessante Themen schaffen Sinn, bewegen mich und ich kann sie in meinem Leben anwenden. Aber auch unnützes Wissen kann interessant sein und unterhalten. 

Das Wie ist entscheidend. 

Interessant ist vor allem die Eigenschaft von etwas. Interessant ist, wie es aussieht, wie es reagiert oder wie es gemacht wird. Was es ganz konkret ist, ist indessen schnell langweilig. Das Wie kann unser Interesse wecken und spannend sein. Sowie uns etwas interessiert, sind wir auch schon dazwischen und nehmen teil. Wenn wir uns angesprochen fühlen und involviert sind, nehmen wir all die Facetten wahr, die unser Leben insgesamt reicher und lebhafter machen.  „Über das Interessante“ weiterlesen

Poetische Fotos aus Berlin

Fotos einer Stadt schaffen über die Zeit einen persönlichen Raum der Erinnerungen. Hier möchte ich meine Berlin-Fotos zusammenfassen. Nachdem ich früher zwei Jahre dort gelebt habe, bin ich inzwischen nur noch selten in Berlin. Aber bei jedem neuen Besuch mache ich natürlich neue Fotos. An sonnigen Sommerabenden ebenso wie an verregneten Novembermorgen…

Küchentisch meiner alten Wohnung in Berlin

In diesem Portfolio sollen nur wenige, aber dafür besondere, interessante Bilder aus Berlin zu sehen sein. Und nach jedem Besuch kann die Sammlung um ein paar neue Fotos wachsen. 

Wie Berlin ist, kommt darauf an wen man fragt. Berlin ist Party, Geschichte, Politik, viel zu groß, unfreundlich, gentrifiziert, Hauptstadt, das grüne Umland, international, kreativ, Techno, arm aber sexy, häßlich und grau…  

Falls man der Stadt eine eigene Poesie zusprechen möchte, wäre es jedenfalls eher kein gemütlicher, heimelig-romantischer Zauber. Berlin ist nicht das Venedig des Nordens oder das Paris des Ostens. Aber etwas Eigenes ist Berlin auf jeden Fall.  

Schnappschüsse mit der legendären LOMO LC-A:

Ein Kriterium für meine Auswahl war „poetisch“. Ich wollte „dichterische“ oder „lyrische“ Bilder aussuchen und meinte damit den Wunsch, in irgendeiner Form beseelte Fotos zu finden. Deshalb sind es auch nur analoge Fotos. Im Gegensatz zu digitalen Fotos wirken analoge Fotografien einheitlich, rund und mehr aus einem Guss. Wie eine Glocke ohne Sprung. Die Dinge scheinen in der physischen Bildebene aufzugehen und wirken eben nicht ausgeschnitten oder isoliert, wie es oft bei digitalen Fotos der Fall ist. Die Emulsionsschicht ist wie eine Luftschicht, ein freier Raum, von Licht durchflutet. Im Bereich der Emulsion ist die Atmosphäre zum leben und atmen für das Bild. Es wird nichts berechnet, reduziert oder korrigiert. Die bildgebenden Prozesse sind chemischer Zauber, alchemistische Verwandlung… Echte, analoge Fotos sind physische, beinahe haptische Bilder. 

Schwarzweiße Fotos von Wänden und Spiegelungen: 

Drei inhaltliche Kriterien für ein poetisches Foto sind beispielsweise:

  • Wie ist es fotografiert? Der spielerische Umgang mit dem Was. Zufall, Glück oder Kunstgriff. Jedes Foto ist eine Abstraktion. 
  • Muss das Foto authentisch sein? Die Wirklichkeit liegt auch oft in falschen Farben, verwackelt oder unscharf vor uns. 
  • Gewöhnlich oder alltäglich? Alles was meinen Blick festhält, ist wert genug fotografiert zu werden. 

„Poetische Fotos aus Berlin“ weiterlesen

Kunst der Nachhaltigkeit – Ausstellung in der Galerie der Global 3000 Group in Berlin

Herzliche Einladung zu unserer Ausstellung:
„Kunst der Nachhaltigkeit“

Von mir gibt es einen mit Kaffee entwickelten Handabzug vom Rhein zu sehen.
Im Sommer 2020 bin ich mit Fahrrad und Zelt immer weiter den Rhein hinauf gefahren. Dabei ist dieses Foto entstanden.
Weil ich zu wenig Entwickler (Caffenol) genommen habe, ist der Film (ORWO P400) ungleichmäßig entwickelt. In diesem Fall ein „Happy Little Accident“ – so tritt nämlich der Himmel plötzlich schön dramatisch hervor und ich habe ein analoges High Dynamic Range Foto (HDR-Bild, Bild mit hohem Dynamikumfang) geschaffen.  

Rheinarm, mit Caffenol entwickeltes, analoges HDR Foto

Mit Kaffee Filme zu entwickeln und von diesen Filmen ebenfalls mit Kaffee in der Dunkelkammer große Abzüge zu entwickeln, erscheint mir fast wie Zauberei. Komplett analog und weitgehend mit Verzicht auf komplizierte Chemikalien. 

Der Versuch sich zu reduzieren und alternative Wege zu suchen ist gerade in der Fotografie immer auch experimentell. Man lernt sehr viel über Materialien und Technik und bekommt durch die (nur scheinbare) Einschränkung ganz neue Möglichkeiten und überraschende Ergebnisse. 

Die Ausstellung mit Foto, Malerei, Zeichnung, Collage, Installationen, Objekte und Videos von 41 Künstlerinnen und Künstlern ist vom 4. September bis 2. Oktober 2020 in der Galerie für nachhaltige Kunst „Group Global 3000“, Leuschnerdamm 19 in 10999 Berlin Kreuzberg.

Link zur Ausstellung:
https://gg3.eu/de/kunst-der-nachhaltigkeit/

PROGRAMM: 

Vernissage 4.September 2020, 19:00 Uhr 

  • „Die Arbeit von GG3“: Tom Albrecht
  • Eröffnungsrede zur Ausstellung: Jule Böttner, M.A.
  • Whathappensnext Ensemble Berlin: Stimmen, Viola, Saxophon, Akkordeon 

Hier ein paar Farbfotos von unserer Vernissage:

Künstlergespräch 11. September 19:00 Uhr

Online-life-Vortrag 22. September 19:00 Uhr
„Nutzen, was da ist. Ein komplexer Ansatz für zukunftsfähiges Wirtschaften“, Dr. Corinna Vosse. Link zum dialogischen jitsy-meet ab 18:45 auf der Website

Finissage 2. Oktober 19:00 Uhr

Street Photography in Paris

Um eine fremde Stadt kennenzulernen, gehe ich immer am liebsten spazieren. Auf den Straßen, in der Metro, auf Plätzen und in Parks trifft man die Menschen, erlebt die einzigartige Architektur und findet all die Besonderheiten, die schließlich das eigene, selbst gewonnene Bild der Stadt ausmachen. 

Hier zeige ich nun in kleinen Galerien eine Auswahl mit bewußt ganz wenigen, dafür aber in meinen Augen besonders geglückten Fotos aus Paris. Sozusagen meine Lieblingsbilder.

In einer riesigen und alten Stadt wie Paris laufen viele Wege zusammen. Besonders in allen kulturellen Bereichen ist Paris ein führendes Zentrum und neben New York, London und Tokio eine der wichtigsten  „Global Cities“ der Welt. 

Solche Orte, wo viele Ströme zusammenfließen, sind spannend und pulsieren vor Leben und Energie. 

Bei einem Spaziergang entlang der Seine bekommt man einen guten Eindruck von der Stadt und ihren vielen Brücken. 

Europas größte Bürostadt „La Défense“, das Hochhausviertel im Westen von Paris, ist ohne die Menschen dort wie ausgestorben. Vormittags bin ich über leere Plätze und einsame Brücken gewandert. Nur ein paar Tauben gurrten auf der riesigen Treppe des Grande Arche. 

Mit der Zorki und dem schönen Street Candy Film habe ich mir Europas größte Bürostadt, das Hochhausviertel La Défense im Westen von Paris angeschaut. 

Ab 12 Uhr strömen plötzlich überall Menschen aus den Bürotürmen. Foodtrucks verteilen kleine braune Papiertüten mit Essen aus aller Welt: Exotische Caribic Bowls, gesunde Salädchen, deftige Burger… Für jeden ist etwas dabei und innerhalb weniger Minuten verteilen sich tausende gut gekleidete Menschen über die Plätze, um Brunnen und Wasserflächen, auf Treppenstufen und Parkbänke. Überall wird entspannt aber dennoch sehr manierlich und rücksichtsvoll gepicknickt, Boule gespielt oder mit den Kollegen geplauscht.  „Street Photography in Paris“ weiterlesen

Titelfoto Analog Indien Caffenol Palolem Beach

Licht und Kaffee. Analoge Fotos aus Indien

Erfahrungen und Gedanken aus meiner experimentellen Laborküche auf Reisen. 

Übersicht meiner Filme für das Projekt in Indien

Inhaltsverzeichnis:

Reisen und Fotos gehören einfach zusammen. Speziell durch analoge Fotografie bekommen Erinnerungen in unserer digitalen Zeit eine ganz besondere Materialität, Poesie und eine fast schon haptische Wahrheit. 

In diesem Beitrag möchte ich meine analogen Fotos aus Indien zeigen und Notizen dazu niederschreiben: Gedanken über das Fotografieren, Kameras, die  verschiedensten Filme und wie ich mit Kaffee unterwegs in Indien in Hotelzimmern und Strandhütten Filme entwickelt habe und was mir dabei alles passiert ist. 

„Was ich sehe, ist nur ein kleiner Teil der Wirklichkeit. Alles ist Abstraktion. Schönheit entsteht erst in der Zuwendung“

Wie in einem Magazin soll diese Seite zum herumblättern einladen. Es ist nicht nötig all den Text zu lesen. Überfliegt einfach die Fotogalerien, schaut vielleicht einzelne Fotos genauer an und scrollt hin und her. Das Herzstück sind die mit Kaffee unterwegs entwickelten und direkt vor Ort eingescannten indischen Schwarzweißfotos. Interessant sind oftmals aber auch die Motive der Farbfilme und einfach wunderschön sind Licht und Farben der Diafilme. Auf das für jeden etwas dabei ist und auf das jeder etwas für sich mitnehmen kann. 

Erste Eindrücke von Mumbai. Mit Caffenol und Natron entwickelte Filme. Ein Spaziergang durch Colaba und erste Fotos aus dem Trubel und Gewusel des Bazar Distrikts: 

Reisefotos, wenn sie nur Orte dokumentieren sollen, sind schnell langweilig. Aber wenn sie mir etwas bedeuten, weil sie mich erinnern, weil sie etwas bestimmtes zeigen, dass mir aufgefallen ist, dann können sie interessant werden. Zeichnen und Fotografieren sind für mich deshalb das gleiche. Beides schafft einen Zusammenhang zwischen meinem Leben und den ganzen Ereignissen um mich herum. Beides ist ein Weg sich zu positionieren. 

Sightseeing in Mumbai – Ein Vormittag mit dem CineStill X-Pro 50 Daylight Film und der Zorki4K.

Im Foto wird der Augenblick zu Material. Und das Fotomaterial wird zum Zeitzeuge. Fotos sind immer auch eine Abstraktion und dadurch eine eigene Interpretation. Aber genau in dieser Materialität liegt auch ihre Schönheit. Die Vereinfachung, ausgewählte Details, kurze, flüchtige Momente, Eindrücke im Straßenleben können plötzlich fast ein bisschen sowas wie Ewigkeit und Wahrheit werden. Situationen werden herausgestellt, das Eigenleben der Dinge kann im Foto nachklingen.  „Licht und Kaffee. Analoge Fotos aus Indien“ weiterlesen

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Artists for Future – Ausstellung in der Galerie der Global 3000 Group in Berlin

Dieses Jahr habe ich angefangen Notizen zum Klimawandel zu machen.
Meine Fragen dabei waren beispielsweise, wie die Kommunikation über den Klimawandel effizienter gestaltet werden könnte, inwieweit es auch ein moralisches Thema ist, warum Menschen sich schon immer mit Weltuntergangs-Szenarien beschäftigt haben und warum seit so vielen Jahren nichts passiert.
Einige meiner Ideen und Gedanken habe ich zuletzt in dem Beitrag „Notes for Sustainability“ zusammengefasst.

Notizbücher Artists for Future

Neben den digitalen Formen gibt es aber natürlich auch die originalen Notizbücher – kleine Hefte voller Skizzen, Ideen und Bilder.
Mit diesen Notizbüchern versuche ich Themen zu finden und einzugrenzen. Gedanken werden kurz, auf ein bis zwei Seiten festgehalten und sind anschließend Grundlage für Texte und Serien mit eigenen künstlerischen Arbeiten, Malerei und Fotografie.

Aus diesen Heften sind beispielsweise viele Ideen für meine Beiträge zur Atomenergie, zum Wald und zur Kommunikation über den Klimawandel entstanden. 

Jetzt freue ich mich sehr, diese Notizen in der Galerie der Global 3000 Group in Berlin auszustellen. Es sind nicht nur kleine Hefte – dahinter stecken Ideen, Wünsche und Hoffnungen und vor allem bin ich auch sehr gespannt und neugierig die anderen Künstler kennen zu lernen. Ich freue mich auf den gemeinsamen Austausch und das Künstlergespräch am 15. November. Eine volle Zeit mit Ausstellung, Vortrag und Gesprächen…

Ausstellung “Artists for Future” in der Galerie der Global 3000 Group e.V.

Ort: Galerie der Global 3000 Group e.V.,
Leuschnerdamm 19, 10999 Berlin

TERMINE: 

Vernissage Freitag 1. November, 19:00 Uhr.
Tanzperformance: Olga Drachuk-Meyer: The Trial of Liberation
Das VLQ – Very Large Quartet singt a capella Folk- und Popsongs in beschwingten Barbershop-Arrangements.

Vortrag mit Gespräch Freitag 8. November, 19:00 Uhr,
Dipl.-Ing. Matthias Schnauss, Büro für Nachhaltige Entwicklung: “Suchbewegungen auf dem Weg zum Guten Leben. – Bisherige und aktuelle Nachhaltigkeitsbewegungen. Wie kann es weiter gehen?”
Ausstellung ab 17 Uhr

Künstlergespräch Freitag 15. November, 19:00 Uhr.
Künster/innen der Ausstellung stellen persönlich anwesend und per Skype ihre Werke vor und sprechen mit Gästen darüber.
Ausstellung ab 17 Uhr

Workshop Freitag 22. November, 17:00 – 19:00 Uhr:
Wie können Künstler/innen ihren ökologischen Fußabdruck verringern? Thema ist ihre Alltagspraxis, die Wahl ihrer Materialien, ihr Reisen und Transport. Moderation Tom Albrecht (In deutsch)
Ausstellung ab 17 Uhr

Ausstellung Freitag 29. November, 17:00-20:00 Uhr.
Die Künstlerin Alexa Helbig ist anwesend.

Tom Albrecht: Die Zukunft ist offen. Ein gemeinsames Würfelspiel um persönliche Visionen. Freitag 6. Dezember, 19:00 Uhr. 
Ausstellung ab 17 Uhr. Die Künstlerin Lioba von den Driesch ist anwesend.

Finissage Freitag 13. Dezember, 19:00 Uhr.
Yamka Muna mit Musik-Performance: equinoxtinction
Rosa Schmidt mit Hybrid Walking Act: INDIGO HABITAT/NORDOSTZIRKULATIONEN
Ausstellung ab 17 Uhr

Ort: Galerie der Global 3000 Group e.V.,
Leuschnerdamm 19, 10999 Berlin
U8 Moritzplatz, U1 Kottbussertor, M29 Oranienplatz, Bus 147 Michaelkirchplatz

Hier ein paar Eindrücke unserer Vernissage: 

Bon(n) Expérimental – Fotos aus Bonn

In diesem Beitrag möchte ich analoge fotografische Experimente und interessante Fotos sammeln. Gespickt wird das Ganze dazu nach und nach mit weiterführenden Beobachtungen und Gedanken.

Inhaltsverzeichnis:

Was ist ein gutes Foto?
Was macht es interessant?

Technische Leistungen sind auf jeden Fall interessant. Nach ausgeklügeltem Plan, vorab erprobt und schließlich von erfahrener Hand exakt ausgeführt…
Handwerkliches Geschick und wiederholbare Ergebnisse machen viel vom Wert einer fotografischen Arbeit aus.

Wo es gemacht wurde ist ebenfalls sehr wichtig. New York ist cooler als Bonn. Fotos von einer langen, exotischen Reise sind oft interessant und machen Spaß anzuschauen.

Wer es gemacht hat ist wie bei jedem Kunstwerk wichtig.
Fotos von Meistern und Pionieren wie Josef Sudek, Henri Cartier-Bresson oder Robert Frank sind per se Kostbarkeiten.
Schluss­end­lich kann auch die Kamera dem Foto einen gewissen Wert geben. Es gibt legendäre und berühmte Kameras, echte Klassiker.
Fotos einer Leica M oder einer Hasselblad 500er Kamera schauen wir allein deshalb ehrfürchtig an, weil sie mechanische, technische Wunderwerke und ziemlich teuer sind.

Die Fotos in den folgenden Serien erfüllen nicht eines dieser Kriterien. 

Technisch sind sie keinesfalls brillant: Meine Filme sind meistens nicht perfekt belichtet und einfach bei Raumtemperatur nach Bauchgefühl entwickelt.

Fotos aus New York habe ich zwar auch, für diesen Beitrag sammele ich jedoch nur fotografische Eindrücke im Radius meiner täglichen Fahrradrunden, aus Bonn.

Kein Ort ist langweilig, wenn du gut geschlafen und die Tasche voller unbelichteter Filme hast“ – Robert Adams

Ich bin keine Legende im Olymp der weltberühmten Fotografen und meine Zorki sieht zwar tatsächlich ein bisschen wie eine Leica aus, hat aber nur zwanzig Euro gekostet.

„Das Unwichtigste bei der Aufnahme einer guten Rock ’n’ Roll-Platte ist die technische Ausstattung deines Studios“ – Keith Richards, Rolling Stones

Der Begriff Fotografie meint wörtlich „zeichnen mit Licht“.
Analoge Fotografie ist für mich ein bisschen wie Malerei: Das Bild ist aus einem Guss und hat in sich eine besondere Ganzheit, wie man sie auch in geglückten malerischen Arbeiten findet.
Wie in meinen gemalten Bildern, versuche ich auch meine Fotos einem Prozess auszusetzen. Die Spuren der Interventionen, verschiedene Einflüsse und materialimmanente Eigenheiten sind schließlich mit im fertigen Bild und machen es, wenn alles gut läuft, zu einem interessanten, authentischen und ein Stück weit wahreren Werk. „Bon(n) Expérimental – Fotos aus Bonn“ weiterlesen