Poetische Fotos aus Berlin

Fotos einer Stadt schaffen über die Zeit einen persönlichen Raum der Erinnerungen. Hier möchte ich meine Berlin-Fotos zusammenfassen. Nachdem ich früher zwei Jahre dort gelebt habe, bin ich inzwischen nur noch selten in Berlin. Aber bei jedem neuen Besuch mache ich natürlich neue Fotos. An sonnigen Sommerabenden ebenso wie an verregneten Novembermorgen…

Küchentisch meiner alten Wohnung in Berlin

In diesem Portfolio sollen nur wenige, aber dafür besondere, interessante Bilder aus Berlin zu sehen sein. Und nach jedem Besuch kann die Sammlung um ein paar neue Fotos wachsen. 

Wie Berlin ist, kommt darauf an wen man fragt. Berlin ist Party, Geschichte, Politik, viel zu groß, unfreundlich, gentrifiziert, Hauptstadt, das grüne Umland, international, kreativ, Techno, arm aber sexy, häßlich und grau…  

Falls man der Stadt eine eigene Poesie zusprechen möchte, wäre es jedenfalls eher kein gemütlicher, heimelig-romantischer Zauber. Berlin ist nicht das Venedig des Nordens oder das Paris des Ostens. Aber etwas Eigenes ist Berlin auf jeden Fall.  

Schnappschüsse mit der legendären LOMO LC-A:

Ein Kriterium für meine Auswahl war „poetisch“. Ich wollte „dichterische“ oder „lyrische“ Bilder aussuchen und meinte damit den Wunsch, in irgendeiner Form beseelte Fotos zu finden. Deshalb sind es auch nur analoge Fotos. Im Gegensatz zu digitalen Fotos wirken analoge Fotografien einheitlich, rund und mehr aus einem Guss. Wie eine Glocke ohne Sprung. Die Dinge scheinen in der physischen Bildebene aufzugehen und wirken eben nicht ausgeschnitten oder isoliert, wie es oft bei digitalen Fotos der Fall ist. Die Emulsionsschicht ist wie eine Luftschicht, ein freier Raum, von Licht durchflutet. Im Bereich der Emulsion ist die Atmosphäre zum leben und atmen für das Bild. Es wird nichts berechnet, reduziert oder korrigiert. Die bildgebenden Prozesse sind chemischer Zauber, alchemistische Verwandlung… Echte, analoge Fotos sind physische, beinahe haptische Bilder. 

Schwarzweiße Fotos von Wänden und Spiegelungen: 

Drei inhaltliche Kriterien für ein poetisches Foto sind beispielsweise:

  • Wie ist es fotografiert? Der spielerische Umgang mit dem Was. Zufall, Glück oder Kunstgriff. Jedes Foto ist eine Abstraktion. 
  • Muss das Foto authentisch sein? Die Wirklichkeit liegt auch oft in falschen Farben, verwackelt oder unscharf vor uns. 
  • Gewöhnlich oder alltäglich? Alles was meinen Blick festhält, ist wert genug fotografiert zu werden. 

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Kunst der Nachhaltigkeit – Ausstellung in der Galerie der Global 3000 Group in Berlin

Herzliche Einladung zu unserer Ausstellung:
„Kunst der Nachhaltigkeit“

Von mir gibt es einen mit Kaffee entwickelten Handabzug vom Rhein zu sehen.
Im Sommer 2020 bin ich mit Fahrrad und Zelt immer weiter den Rhein hinauf gefahren. Dabei ist dieses Foto entstanden.
Weil ich zu wenig Entwickler (Caffenol) genommen habe, ist der Film (ORWO P400) ungleichmäßig entwickelt. In diesem Fall ein „Happy Little Accident“ – so tritt nämlich der Himmel plötzlich schön dramatisch hervor und ich habe ein analoges High Dynamic Range Foto (HDR-Bild, Bild mit hohem Dynamikumfang) geschaffen.  

Rheinarm, mit Caffenol entwickeltes, analoges HDR Foto

Mit Kaffee Filme zu entwickeln und von diesen Filmen ebenfalls mit Kaffee in der Dunkelkammer große Abzüge zu entwickeln, erscheint mir fast wie Zauberei. Komplett analog und weitgehend mit Verzicht auf komplizierte Chemikalien. 

Der Versuch sich zu reduzieren und alternative Wege zu suchen ist gerade in der Fotografie immer auch experimentell. Man lernt sehr viel über Materialien und Technik und bekommt durch die (nur scheinbare) Einschränkung ganz neue Möglichkeiten und überraschende Ergebnisse. 

Die Ausstellung mit Foto, Malerei, Zeichnung, Collage, Installationen, Objekte und Videos von 41 Künstlerinnen und Künstlern ist vom 4. September bis 2. Oktober 2020 in der Galerie für nachhaltige Kunst „Group Global 3000“, Leuschnerdamm 19 in 10999 Berlin Kreuzberg.

Link zur Ausstellung:
https://gg3.eu/de/kunst-der-nachhaltigkeit/

PROGRAMM: 

Vernissage 4.September 2020, 19:00 Uhr 

  • „Die Arbeit von GG3“: Tom Albrecht
  • Eröffnungsrede zur Ausstellung: Jule Böttner, M.A.
  • Whathappensnext Ensemble Berlin: Stimmen, Viola, Saxophon, Akkordeon 

Hier ein paar Farbfotos von unserer Vernissage:

Künstlergespräch 11. September 19:00 Uhr

Online-life-Vortrag 22. September 19:00 Uhr
„Nutzen, was da ist. Ein komplexer Ansatz für zukunftsfähiges Wirtschaften“, Dr. Corinna Vosse. Link zum dialogischen jitsy-meet ab 18:45 auf der Website

Finissage 2. Oktober 19:00 Uhr

Street Photography in Paris

Um eine fremde Stadt kennenzulernen, gehe ich immer am liebsten spazieren. Auf den Straßen, in der Metro, auf Plätzen und in Parks trifft man die Menschen, erlebt die einzigartige Architektur und findet all die Besonderheiten, die schließlich das eigene, selbst gewonnene Bild der Stadt ausmachen. 

Hier zeige ich nun in kleinen Galerien eine Auswahl mit bewußt ganz wenigen, dafür aber in meinen Augen besonders geglückten Fotos aus Paris. Sozusagen meine Lieblingsbilder.

In einer riesigen und alten Stadt wie Paris laufen viele Wege zusammen. Besonders in allen kulturellen Bereichen ist Paris ein führendes Zentrum und neben New York, London und Tokio eine der wichtigsten  „Global Cities“ der Welt. 

Solche Orte, wo viele Ströme zusammenfließen, sind spannend und pulsieren vor Leben und Energie. 

Bei einem Spaziergang entlang der Seine bekommt man einen guten Eindruck von der Stadt und ihren vielen Brücken. 

Europas größte Bürostadt „La Défense“, das Hochhausviertel im Westen von Paris, ist ohne die Menschen dort wie ausgestorben. Vormittags bin ich über leere Plätze und einsame Brücken gewandert. Nur ein paar Tauben gurrten auf der riesigen Treppe des Grande Arche. 

Mit der Zorki und dem schönen Street Candy Film habe ich mir Europas größte Bürostadt, das Hochhausviertel La Défense im Westen von Paris angeschaut. 

Ab 12 Uhr strömen plötzlich überall Menschen aus den Bürotürmen. Foodtrucks verteilen kleine braune Papiertüten mit Essen aus aller Welt: Exotische Caribic Bowls, gesunde Salädchen, deftige Burger… Für jeden ist etwas dabei und innerhalb weniger Minuten verteilen sich tausende gut gekleidete Menschen über die Plätze, um Brunnen und Wasserflächen, auf Treppenstufen und Parkbänke. Überall wird entspannt aber dennoch sehr manierlich und rücksichtsvoll gepicknickt, Boule gespielt oder mit den Kollegen geplauscht.  „Street Photography in Paris“ weiterlesen

Titelfoto Analog Indien Caffenol Palolem Beach

Licht und Kaffee. Analoge Fotos aus Indien

Erfahrungen und Gedanken aus meiner experimentellen Laborküche auf Reisen. 

Übersicht meiner Filme für das Projekt in Indien

Inhaltsverzeichnis:

Reisen und Fotos gehören einfach zusammen. Speziell durch analoge Fotografie bekommen Erinnerungen in unserer digitalen Zeit eine ganz besondere Materialität, Poesie und eine fast schon haptische Wahrheit. 

In diesem Beitrag möchte ich meine analogen Fotos aus Indien zeigen und Notizen dazu niederschreiben: Gedanken über das Fotografieren, Kameras, die  verschiedensten Filme und wie ich mit Kaffee unterwegs in Indien in Hotelzimmern und Strandhütten Filme entwickelt habe und was mir dabei alles passiert ist. 

„Was ich sehe, ist nur ein kleiner Teil der Wirklichkeit. Alles ist Abstraktion. Schönheit entsteht erst in der Zuwendung“

Wie in einem Magazin soll diese Seite zum herumblättern einladen. Es ist nicht nötig all den Text zu lesen. Überfliegt einfach die Fotogalerien, schaut vielleicht einzelne Fotos genauer an und scrollt hin und her. Das Herzstück sind die mit Kaffee unterwegs entwickelten und direkt vor Ort eingescannten indischen Schwarzweißfotos. Interessant sind oftmals aber auch die Motive der Farbfilme und einfach wunderschön sind Licht und Farben der Diafilme. Auf das für jeden etwas dabei ist und auf das jeder etwas für sich mitnehmen kann. 

Erste Eindrücke von Mumbai. Mit Caffenol und Natron entwickelte Filme. Ein Spaziergang durch Colaba und erste Fotos aus dem Trubel und Gewusel des Bazar Distrikts: 

Reisefotos, wenn sie nur Orte dokumentieren sollen, sind schnell langweilig. Aber wenn sie mir etwas bedeuten, weil sie mich erinnern, weil sie etwas bestimmtes zeigen, dass mir aufgefallen ist, dann können sie interessant werden. Zeichnen und Fotografieren sind für mich deshalb das gleiche. Beides schafft einen Zusammenhang zwischen meinem Leben und den ganzen Ereignissen um mich herum. Beides ist ein Weg sich zu positionieren. 

Sightseeing in Mumbai – Ein Vormittag mit dem CineStill X-Pro 50 Daylight Film und der Zorki4K.

Im Foto wird der Augenblick zu Material. Und das Fotomaterial wird zum Zeitzeuge. Fotos sind immer auch eine Abstraktion und dadurch eine eigene Interpretation. Aber genau in dieser Materialität liegt auch ihre Schönheit. Die Vereinfachung, ausgewählte Details, kurze, flüchtige Momente, Eindrücke im Straßenleben können plötzlich fast ein bisschen sowas wie Ewigkeit und Wahrheit werden. Situationen werden herausgestellt, das Eigenleben der Dinge kann im Foto nachklingen.  „Licht und Kaffee. Analoge Fotos aus Indien“ weiterlesen

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Artists for Future – Ausstellung in der Galerie der Global 3000 Group in Berlin

Dieses Jahr habe ich angefangen Notizen zum Klimawandel zu machen.
Meine Fragen dabei waren beispielsweise, wie die Kommunikation über den Klimawandel effizienter gestaltet werden könnte, inwieweit es auch ein moralisches Thema ist, warum Menschen sich schon immer mit Weltuntergangs-Szenarien beschäftigt haben und warum seit so vielen Jahren nichts passiert.
Einige meiner Ideen und Gedanken habe ich zuletzt in dem Beitrag „Notes for Sustainability“ zusammengefasst.

Notizbücher Artists for Future

Neben den digitalen Formen gibt es aber natürlich auch die originalen Notizbücher – kleine Hefte voller Skizzen, Ideen und Bilder.
Mit diesen Notizbüchern versuche ich Themen zu finden und einzugrenzen. Gedanken werden kurz, auf ein bis zwei Seiten festgehalten und sind anschließend Grundlage für Texte und Serien mit eigenen künstlerischen Arbeiten, Malerei und Fotografie.

Aus diesen Heften sind beispielsweise viele Ideen für meine Beiträge zur Atomenergie, zum Wald und zur Kommunikation über den Klimawandel entstanden. 

Jetzt freue ich mich sehr, diese Notizen in der Galerie der Global 3000 Group in Berlin auszustellen. Es sind nicht nur kleine Hefte – dahinter stecken Ideen, Wünsche und Hoffnungen und vor allem bin ich auch sehr gespannt und neugierig die anderen Künstler kennen zu lernen. Ich freue mich auf den gemeinsamen Austausch und das Künstlergespräch am 15. November. Eine volle Zeit mit Ausstellung, Vortrag und Gesprächen…

Ausstellung “Artists for Future” in der Galerie der Global 3000 Group e.V.

Ort: Galerie der Global 3000 Group e.V.,
Leuschnerdamm 19, 10999 Berlin

TERMINE: 

Vernissage Freitag 1. November, 19:00 Uhr.
Tanzperformance: Olga Drachuk-Meyer: The Trial of Liberation
Das VLQ – Very Large Quartet singt a capella Folk- und Popsongs in beschwingten Barbershop-Arrangements.

Vortrag mit Gespräch Freitag 8. November, 19:00 Uhr,
Dipl.-Ing. Matthias Schnauss, Büro für Nachhaltige Entwicklung: “Suchbewegungen auf dem Weg zum Guten Leben. – Bisherige und aktuelle Nachhaltigkeitsbewegungen. Wie kann es weiter gehen?”
Ausstellung ab 17 Uhr

Künstlergespräch Freitag 15. November, 19:00 Uhr.
Künster/innen der Ausstellung stellen persönlich anwesend und per Skype ihre Werke vor und sprechen mit Gästen darüber.
Ausstellung ab 17 Uhr

Workshop Freitag 22. November, 17:00 – 19:00 Uhr:
Wie können Künstler/innen ihren ökologischen Fußabdruck verringern? Thema ist ihre Alltagspraxis, die Wahl ihrer Materialien, ihr Reisen und Transport. Moderation Tom Albrecht (In deutsch)
Ausstellung ab 17 Uhr

Ausstellung Freitag 29. November, 17:00-20:00 Uhr.
Die Künstlerin Alexa Helbig ist anwesend.

Tom Albrecht: Die Zukunft ist offen. Ein gemeinsames Würfelspiel um persönliche Visionen. Freitag 6. Dezember, 19:00 Uhr. 
Ausstellung ab 17 Uhr. Die Künstlerin Lioba von den Driesch ist anwesend.

Finissage Freitag 13. Dezember, 19:00 Uhr.
Yamka Muna mit Musik-Performance: equinoxtinction
Rosa Schmidt mit Hybrid Walking Act: INDIGO HABITAT/NORDOSTZIRKULATIONEN
Ausstellung ab 17 Uhr

Ort: Galerie der Global 3000 Group e.V.,
Leuschnerdamm 19, 10999 Berlin
U8 Moritzplatz, U1 Kottbussertor, M29 Oranienplatz, Bus 147 Michaelkirchplatz

Hier ein paar Eindrücke unserer Vernissage: 

Bon(n) Expérimental – Fotos aus Bonn

In diesem Beitrag möchte ich analoge fotografische Experimente und interessante Fotos sammeln. Gespickt wird das Ganze dazu nach und nach mit weiterführenden Beobachtungen und Gedanken.

Inhaltsverzeichnis:

(Links zu den Lesezeichen funktionieren nur in der ganzen Ansicht, nach dem WeiterlesenTag)

Was ist ein gutes Foto?
Was macht es interessant?

Technische Leistungen sind auf jeden Fall interessant. Nach ausgeklügeltem Plan, vorab erprobt und schließlich von erfahrener Hand exakt ausgeführt…
Handwerkliches Geschick und wiederholbare Ergebnisse machen viel vom Wert einer fotografischen Arbeit aus.

Wo es gemacht wurde ist ebenfalls sehr wichtig. New York ist cooler als Bonn. Fotos von einer langen, exotischen Reise sind oft interessant und machen Spaß anzuschauen.

Wer es gemacht hat ist wie bei jedem Kunstwerk wichtig.
Fotos von Meistern und Pionieren wie Josef Sudek, Henri Cartier-Bresson oder Robert Frank sind per se Kostbarkeiten.
Schluss­end­lich kann auch die Kamera dem Foto einen gewissen Wert geben. Es gibt legendäre und berühmte Kameras, echte Klassiker.
Fotos einer Leica M oder einer Hasselblad 500er Kamera schauen wir allein deshalb ehrfürchtig an, weil sie mechanische, technische Wunderwerke und ziemlich teuer sind.

Meine Fotos in den hier folgenden Serien erfüllen nicht eines dieser Kriterien. 

Technisch sind sie keinesfalls brillant: Meine Filme sind meistens nicht perfekt belichtet und einfach bei Raumtemperatur nach Bauchgefühl entwickelt.

Fotos aus New York habe ich zwar auch, für diesen Beitrag sammele ich jedoch nur fotografische Eindrücke im Radius meiner täglichen Fahrradrunden, aus Bonn.

Ich bin keine Legende im Olymp der weltberühmten Fotografen und meine Zorki sieht zwar tatsächlich ein bisschen wie eine Leica aus, hat aber nur zwanzig Euro gekostet.

„Das Unwichtigste bei der Aufnahme einer guten Rock ’n’ Roll-Platte ist die technische Ausstattung deines Studios“ – Keith Richards, Rolling Stones

Der Begriff Fotografie meint wörtlich „zeichnen mit Licht“.
Analoge Fotografie ist für mich ein bisschen wie Malerei: Das Bild ist aus einem Guss und hat in sich eine besondere Ganzheit, wie man sie auch in geglückten malerischen Arbeiten findet.
Wie in meinen gemalten Bildern, versuche ich auch meine Fotos einem Prozess auszusetzen. Die Spuren der Interventionen, verschiedene Einflüsse und materialimmanente Eigenheiten sind schließlich mit im fertigen Bild und machen es, wenn alles gut läuft, zu einem interessanten, authentischen und ein Stück weit wahreren Werk. „Bon(n) Expérimental – Fotos aus Bonn“ weiterlesen

Kind unter Regenbogen

Notes for Sustainability

Gedanken über die Zukunft, Veränderung und Entwicklung. 

Alles ist möglich, wenn wir es uns vorstellen können. Wir brauchen Bilder davon, wie eine heile Welt aussieht.
Was ist das gute Leben, dass sich alle wünschen?

Erste Seite meines ersten Notizbuchs

Diesen Winter habe ich angefangen Notizbücher zu führen und Gedanken über den Klimawandel, über die Zukunft und über gesellschaftliche Probleme gesammelt.
Jetzt sind zwei Bücher vollgemalt und vollgeschrieben und hier möchte ich einen kleinen Einblick geben.

Seit vielen Jahren sehen wir immer weiter diese düsteren Prognosen, immer wärmere Kurven, immer mehr rote Diagramme und wir rutschen und schwitzen von einem heißesten Jahr zum nächsten. Die ganze Erkenntnis nützt ja nichts. Ich glaube niemand ändert gerne sein Verhalten um etwas zu vermeiden. Sehr viel motivierender ist es doch, das Verhalten zu ändern um etwas zu gewinnen. Wir gehen ja auch nicht arbeiten um weniger Geld zu verlieren, sondern stehen gerne früher auf, wenn wir dafür belohnt werden. 

CO2 = Diamant und Sauerstoff

Wie sieht die Zukunft aus, die wir uns wünschen? Es bringt nichts, den Menschen mit Schreckensszenarien Angst zu machen. Bilder vom Weltuntergang haben wir inzwischen genug gesehen. Aber was ist die Welt, die wir aufbauen wollen? Wie wäre die Welt, wenn wir einen Wunsch frei hätten, wenn wir zaubern könnten? 

„Schönheit ist notwendig um den Menschen Veränderungen schmackhaft zu machen. Unser Verlangen nach Schönheit und neuen Erfahrungen treibt uns an.“  – Daan Roosegaarde, niederländischer Künstler 

Heute sind es nicht nur Künstler und Handwerker, die Schönes erschaffen. Heute sind ebenso Wissenschaftler, Ingenieure, Journalisten, Politiker und Informatiker am Gestalten der Zukunftsbilder beteiligt.
An der ersten Mondlandung sehen wir z.B. wie viele Menschen in kürzester Zeit ein gemeinsames Ziel erreichen und dabei technisch weit über ihren vormaligen Horizont hinauswachsen können.

Stadt am Meer

Die wichtigste Aufgabe eines Raumschiffes ist, das Überleben der Mannschaft zu sichern. Die Erde ist unser einziges Raumschiff und wir haben verstanden, dass sie bei unserer Fahrweise Fehlfunktionen bekommt, kaputt gehen kann und nach all den Jahren der Industrialisierung auch einmal gewartet werden muss.
Umwelt- und Naturschutz dienen deswegen dem langfristigen Sichern unseres Überlebens und sind kein Gutmenschentum. 

Das Ende ist nah! „Notes for Sustainability“ weiterlesen

Einblick und Standpunkte zum Wald

Nicht nur im Märchen kann man sich im Wald verlieren. Wald bedeckt ein Drittel unseres Landes und ohne menschliches Zutun wäre ganz Deutschland tief unter einem riesigen Wald versteckt.

Der „Deutsche Wald“ ist voller Romantik, Sehnsüchte, Ängste und überhaupt kulturell sehr aufgeladen. Ein Spaziergang durch den Wald macht beschwingt, vergnügt, frohgemut und munter.

Wie z.B. das Genre „Porträt“ bietet auch der Wald unendlich viele künstlerische Motive. Joseph Beuys Kunstwerk „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ war exemplarisch für die 80er Jahre. Auch heute gibt es an vielen Orten Waldkunstpfade und Künstler, die sich mit Wald, Holz und allem was dazugehört beschäftigen.

Die Verbindung der Lebewesen untereinander ist, neben der Funktion des Einzelnen, Teil des Systems Wald. Mit Aquarell und Tusche habe ich erste Eindrücke vom Wald als ganzheitlichem Ökosystem festgehalten. Hier eine Auswahl mit Arbeiten auf Papier, alle 36 x 48 cm

Ich habe mich mit dem Wald beschäftigt, weil der Wald für mich der Inbegriff für Natur ist. Will ich Natur erleben, gehe ich in den Wald. In Deutschland haben wir herrliche Laubwälder, finstere Nadelwälder, große Naturschutzgebiete… Neben fast jeder Stadt ist auch ein Wald, der als „grüne Lunge“ und als Naherholungsgebiet dient. Bei all den Waldflächen überall mag man dann auch kaum glauben, dass es hier schon sehr lange kaum noch völlig „natürliche“ wilde Wälder gibt. Die meisten Wälder gehören jemandem und werden intensiv genutzt. Forstwirtschaft und Jagd folgen festen Regeln und Abläufen und prägen quasi sämtliche bewaldete Flächen in Deutschland und überhaupt in weiten Teilen der Welt. „Einblick und Standpunkte zum Wald“ weiterlesen

Atomenergie – Verstrahlte Fotos aus Tschernobyl

Die Sperrzone rund um das Atomkraftwerk von Tschernobyl ist mit 2600 km² etwas größer als das Saarland bzw. ziemlich genau gleich groß wie Luxemburg. Es ist ein riesiges Gebiet, welches an manchen Hotspots immer noch so verstrahlt ist, dass bereits wenige Stunden vor Ort für einen Menschen tödlich wären.
Neben diesen Hotspots ist ein mehr oder weniger vergnügtes Leben aber durchaus möglich. Die Natur hat inzwischen weite Teile des von den Menschen verlassenen Landes zurückerobert. Die Sperrzone ist fast wie ein Naturreservat und es gibt dort viele seltene Tierarten, Wölfe, Bären, wilde Przewalski-Pferde und sogar Seeadler.

Am Checkpoint Dytiatky beginnt die Sperrzone

Von Kiew aus habe ich eine Exkursion in das Sperrgebiet unternommen und viele Fotos gemacht.
Für die Strahlung hauptsächlich verantwortlich ist Caesium-137, welches das Gebiet mit der besonders durchdringenden Gammastrahlung (auch ​ɣ-Strahlung) radioaktiv verseucht.
Die meisten radioaktiven Stoffe liegen inzwischen unter einer etwa 30 Zentimeter tiefen Erdschicht begraben oder haben sich zersetzt. So ist die Strahlenbelastung für Besucher heute nur noch etwa 1 % des Wertes vom April 1986, direkt nach der Katastrophe. Wenn man 30 Bananen isst, bekommt man wahrscheinlich mehr Radioaktivität ab, als bei einem Tag in Tschernobyl.
Mein Dosimeter misst die aufgenommene, ionisierte Strahlung. Das ist vor allem die Gammastrahlung. Wie es speziell mit Alpha- und Betastrahlern aussieht, weiß man nicht – das Inhalieren oder Schlucken von radioaktivem Staub oder Wasser wäre jedenfalls ziemlich heftig. Freunde der Atomenergie vergessen oft gerne, dass es verschiedene Arten radioaktiver Strahlung gibt. Deswegen ist es auch nur die halbe Wahrheit, wenn man ein kontaminiertes Gebiet ausschließlich über die oberflächlich gemessene Hintergrundstrahlung definiert. Rund um Tschernobyl wird nirgends gebuddelt und alle Leitungen und Rohre nach der Katastrophe sind oberirdisch verlegt.
Ein Besuch der Sperrzone ist im Rahmen einer geführten Tour sehr gut möglich und wird als touristische Abenteuerreise von Kiew aus für etwa 100 $ angeboten.

Fotos meiner Fahrt nach Tschernobyl:

Nach dem passieren des ersten Checkpoints im Dörfchen Dytiatky kommt man in die 30-km-Zone. Hier sind bereits verstreut verlassene Ortschaften und Hausruinen zu sehen, während man auf langen geraden Straßen immer weiter in das überwiegend bewaldete Gebiet hineinfährt. Im Radius von 10 Kilometern um den havarierten Atomreaktor kommt dann der zweite Checkpoint. Heute arbeiten immer noch viele Menschen im Sperrgebiet und ganz aktuell wurde durch das französische Konsortium Novarka das „New Safe Confinement“, kurz NSC gebaut. Die 1,5 Milliarden Euro teure zweite Schutzhülle wurde neben dem Unglücksreaktor gebaut und dann über den mittlerweile maroden alten Beton-Sarkophag geschoben – eine ingenieurmäßige Meisterleistung.
Direkt neben dem havarierten Reaktorblock ist ein Denkmal und es gibt eine Mensa, wo man zusammen mit den Arbeitern Mittagessen kann.  „Atomenergie – Verstrahlte Fotos aus Tschernobyl“ weiterlesen

Hermannstadt im Winter

Sibiu, 8. Dezember.
Köln ab am 7. Dezember 1:15 mittags. München am frühen Abend des selben Tages überflogen; sollte eigentlich 2:20 ankommen, der Flug hatte aber eine halbe Stunde Verspätung.
Budapest scheint eine herrliche Stadt zu sein, soweit ich es aus dem Flugzeugfenster und in der kurzen Zeit, die mir beim Vorbeifliegen zur Verfügung stand, beurteilen konnte… 

Bram Stokers Dracula war mir dieses Jahr atmosphärische Einstimmung für meine Reise nach Transsylvanien. Hier möchte ich jetzt meine wirklichen Eindrücke in einem kleinen Beitrag zusammenfassen. Vielleicht inspiriert es ja den einen oder anderen zu einem eigenen Besuch.  

Ein erster Eindruck von Hermannstadt: 

Hermannstadt oder rumänisch Sibiu ist eine schöne alte Stadt am Rande der Südkarpaten. Vampire gibt es dort keine mehr, dafür Knoblauch überall. Getrocknet, zu wunderschönen Zöpfen gebunden, als Grundlage deftiger Fleischgerichte, in heißer Butter schwimmend ebenso beliebt wie sogar in der Mayonnaise: Überall findet sich die Wunderknolle. So müsste man schon sehr lüstern und verzweifelt sein, wollte man da heute noch auf vampireske Gedanken kommen. Hermannstadt ist also, soviel sei nun direkt verraten, nicht das Zentrum des Vampir-Kults – das wäre Schloss Bran. „Hermannstadt im Winter“ weiterlesen