Rundgang durch Venedig

Mit diesem Rundgang möchte ich einen kurzen Gesamteinblick in die Stadt geben, ab und zu kleine „Stärkungsmöglichkeiten“ bieten und neben dem „normalen“ Touristenprogramm auf einige ausgewählte Besonderheiten aufmerksam machen:

Karte des Rundgangs durch Venedig

Meanwhile a real classic on my website: The city walk through Venice. 

This city tour can easily be made within a day and passes through all main sights.
For those between-meal hunger pangs and whenever the desire for an cappuccino hits you, I have selected some small cafes and bars on the way.

Um den ungetrübten Ablauf des Rundganges zu gewährleisten, sollte folgendes beachtet werden:

  • Da man sich in Venedig meistens in einer künstlerisch geprägten Atmosphäre bewegt, sollte man dem Stilempfinden der Venezianer durch geschmackvolle Kleidung entgegenkommen.
  • Bequeme Schuhe (Das Pflaster ist aus Stein!), aber keinesfalls Bergwanderstiefel.
  • Ein unauffällig getragener Stadtplan, zum Beispiel vom Tabaccogeschäft.
  • Freundliches Benehmen. Ist man sich immer dessen bewußt nur als Gast in der Stadt zu sein, vermeidet man es auch, seinen Müll außerhalb der dafür gedachten Mülltonnen zu lassen.
  • Der Rundgang dauert einen ganzen Tag lang. Eine mögliche Abkürzung ist, wenn man auf dem Campo San Lio weiter gerade aus über den Campo San Bartolomeo und dann über die Rialtobrücke geht. Dieser Bereich Venedigs ist natürlich sehr touristisch. Aber geht man hinter der Rialtobrücke immer geradeaus, kommt man zum Fischmarkt. Ab dort kann man den Rundgang normal fortsetzen.
  • Ein schöner Abstecher ist es, wenn man die Strada Nuova noch eins, zwei Brücken weiter geht und dann rechts abbiegt um sich frei durch Cannaregio treiben zu lassen. Ein gutes Ziel dieser Tour wäre dann zum Beispiel das Ghetto.
  • Für alle, die den Rundgang in zwei Teilen gehen: Der Weg von der Frarikirche bis zur Salutekirche ist am schönsten nachmittags.

Als Hilfe durch das Labyrinth Venedigs mag vielleicht dieses kurze Glossar dienen:

Calle – Gasse
Campo – Platz
Campiello – Kleiner Platz
Rio terra – Eine Strasse über einen zugeschütteten Kanal
Sotoportego – Hausunterführung als Teil einer Gasse
Salizzada – Hauptstrasse eines Stadtteils

Piazza San Marco with Basilica and Campanile
Der Markusplatz

Man beginne auf dem Markusplatz; dort befindet sich die „American Bar“, eine Stehbar an der Ecke unter dem berühmten Uhrenturm. Hier besteht die Möglichkeit, einen – gemessen an der Lage – preiswerten Cappuccino zu bekommen. Die Erbauer des Uhrenturmes, welcher damals als „Wunder der Ingenieurskunst“ galt, wurden fürstlich belohnt. Einige Jahre später fürchtete der Senat, daß auch andere Städte mit etwas ähnlichem prahlen würden. Deshalb wurde den Baumeistern das Augenlicht genommen, damit sie nicht ähnliche Bauwerke fertigen konnten. Der Turm ist noch heute einzigartig.

Torre dell' Orologio / Uhrenturm
Torre dell‘ Orologio an der Piazza di San Marco

Den Markusplatz verläßt man nun mit gewandten Schritten quer durch die Menschenmenge in Richtung Wasser. Hat man die Insel San Giorgio mit gleichnamiger Palladiokirche und Turm vor sich, geht’s nach links weiter, das Ufer entlang und über zwei Brücken. Von der ersten dieser Brücken sieht man links die „Seufzerbrücke“.

Die Seufzerbrücke
Die Seufzerbrücke

Nach der zweiten Brücke gehe man die zweite Gasse linkerhand noch vor dem kleinen Tabak & Souvenirgeschäft vom Wasser weg nach links. Hier steht, nach wenigen Schritten geradeaus, am Campo San Zaccaria auf der rechten Seite die Kirche, nach welcher der Platz seinen Namen bekommen hat: San Zaccaria! In der Kirche ist auf der linken Seite ein Bild des berühmten Malers und Lehrers von Tizian und Giorgione, Giovanni Bellini. Es gibt auch eine sehenswerte romanische Krypta.

Romanische Krypta unter der Kirche San Zaccaria
Romanische Krypta unter der Kirche San Zaccaria

Von der Kirche aus geht man weiter, am Ende des Platzes links. Nach überqueren des Campo San Provolo kommt eine Brücke, hinter welcher sich links die Trattoria Rivetta befindet. Den Hunger verkneift man sich aber noch kurz und geht lieber in die grüne Eckbar am Campo San Filippo (Bar Verde), wo es einen guten Cappuccino mit großer Milchmütze gibt. Auch einige Tramezzini (Sandwiches) sind empfehlenswert. Zu beachten ist allerdings, dass sich die Preise (wie fast immer in Venedig) deutlich erhöhen, wenn man nicht an der Bar bleibt und sich an einen der Tische setzt.
Hat man sich gestärkt, geht’s über den Platz weiter, rechts, nach der Apotheke in die in die Calle Rimpeto la Sacrestia; in dieser Gasse ist ein Obsthändler. Die zweite links gehe man nun durch die Calle a Fianco la Chiesa und gerät dann auf den Campiello novo San Giovanni in Oleo, wo links eine Barokkirche ist, in welcher manchmal Ausstellungen zu sehen sind. Am Ende des Platzes geht man rechts durch eine dunkle Gasse, nach deren Verlauf man auf der linken Seite an einem finsteren Kanal entlang kommt. Bemerkenswert ist, daß hier jeder Hauseingang eine eigene Brücke hat.

Ein kleiner Canal und jede Haustür hat ihre eigene Brücke
Ein kleiner Canal und jede Haustür hat ihre eigene Brücke

Am Ende kommt man über eine Brücke rechts auf den Campiello Querini Stampalia. Rechts steht rosafarben das Museum und die Bibliothek Querini Stampalia mit einer öffentlich zugänglichen Sammlung wissenschaftlicher Werke.

Hat man das Plätzchen schräg nach links hinter sich gebracht, kommt der Campo S.M. Formosa. An der Kirche rechts vorbei gehend, kann man schon die „Bar all Orologio“ erkennen. In den wärmeren Monaten ist es sehr angenehm, draußen den Cappuccino zu trinken. Alternativ kann aber auch ein „Spritz“ (Aperol oder Campari mit Weißwein oder Prosecco), oft mit kleiner grüner Olive und einer Schale Chips serviert, ganz erfrischend sein.
Der Rundgang geht weiter an der Kirche entlang, dann aber nach rechts und den Kanal entlang.

Auf der Fondamenta Preti Castello bei S.M. Formosa
Auf der Fondamenta Preti Castello bei S.M. Formosa

Nach der Brücke gleich über die links liegende Brücke und in die Calle Paradiso mit dem steinernen Reliefdreieck, welches inzwischen etwas schräg zwischen den Hausreihen hängt. Man brachte es anläßlich einer Hochzeit an.

Ein Liebesdreieck über der Calle Paradiso
Ein Liebesdreieck über der Calle Paradiso

In der Calle Paradiso sind mehrere traditionelle Geschäfte und ein Buchladen, Libreria Editrice Filippi, der auf Venedig spezialisiert ist und auf Italienisch einiges zu bieten hat. Am Ende der Gasse geht man nun nach rechts in die belebte Salizzada San Lio. Die bald auf der rechten Seite auftauchende „Boutique del Gelato“ hat nach meinem Geschmack das beste Eis Venedigs.

Eis essend gehe man nun die Straße weiter, bis rechts der kleine Campo San Lio erscheint.

Mozzarella in Carrozza
Mozzarella in Carrozza – ein sehr leckerer Imbiss

Würde man nun weiter geradeaus und über die Brücke gehen, wären es nur noch ein paar Schritte durch die Calle della Bissa bis auf den Campo San Bartolomeo. Gerade vorher, im Durchgang vor dem Campo, könnte man bei dieser Gelegenheit auch in der Rosticceria San Bartolomeo eine Mozzarella in Carrozza essen…
Der Campo San Bartolomeo mit dem Goldoni Denkmal ist direkt am Fuß der Rialtobrücke. Das ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten Venedigs und hier könnte man den Rundgang abkürzen. Dafür muss man sich allerdings mitten in das Gewusel und über die Rialtobrücke drängen… Hier, mitten im alten wirtschaftlichen Zentrum Venedigs, ist immer sehr viel los. Geht man über die Rialtobrücke immer weiter geradeaus, kommt man auf den Gemüse- und Fischmarkt, wo man den Rundgang dann wieder normal fortsetzten kann.

Ob Pause oder nicht, der Rundgang geht auf dem Campo San Lio weiter. Hier wenden wir uns nach rechts in die Calle Carminati, nach deren Verlauf eine Brücke kommt. Nach der Brücke die zweite Gasse rechts. Nun wähle man die nächstmögliche Gasse nach links, so kommt man dann nach wenigen Schritten geradeaus auf den kleinen Campo Santa Marina, wo sich die Pasticceria Bar Didovich befindet, falls es einen nach einer Stärkung, Caffè lungo, Cappuccino oder nach feinen venezianischen Süßigkeiten gelüstet.

Schräg nach links geht man über den Platz, um in die kurze Calle del Cristo zu gelangen. Nach der Brücke (Ponte del Cristo) aber gleich wieder rechts über die Brücke und in die Calle de le Erbe. Hat man die Gasse auf dem geraden Weg durchschritten und auch die anschließende Brücke erstiegen, steht wieder eine kleine Überraschung bevor. Das Schild „Ultimo Numero Sestier de Castello 6828“. Venedig ist nicht wie andere Städte in Stadtviertel gegliedert sondern in Sechstel, die sogenannten „sestieri“: San Marco, Castello, Canaregio, Santa Croce, San Polo und Dorsoduro. Innerhalb dieser Stadtsechstel wurden zu Napoleons Zeiten alle Häuser durchnumeriert. Man sollte aber nicht denken, daß man eine normale, moderne, sachliche Reihenfolge findet. Es kann einem zum Beispiel passieren, daß man eine Hausnummer auf einem Fenster findet, wahrscheinlich war dort früher einmal eine Tür gewesen. Suchen Sie nie eine Adresse nach der Hausnummer! Die einzelnen calle, fondamente, viale etc. haben aber eigene Namen, welche meistens auf Geschehnisse, Berufe oder Persönlichkeiten zurückzuführen sind. Fast immer findet man die Namen der Gasse am Anfang oben an eine Hauswand angebracht in venezianischem Dialekt, so daß kein Grund zur Verblüffung vorliegt, wenn man in seinem Stadtplan eine etwas andere Bezeichnung findet.
Aus dem Schild ist also ersichtlich, daß das sestiere Castello 6828 Hausnummern hat und damit das größte sestiere ist. Insgesamt hat Venedig 29254 (Stand 1960) Hausnummern.
Anmerkung: Als ich zuletzt nachgeschaut habe, war das Schild leider nicht mehr zu finden. Allerdings gibt es an der Hauswand vor der Brücke einen ganz ähnlichen Hinweis für den Stadtteil „Cannaregio“, der hier an Castello angrenzt.

Fassade der Scuola di San Marco
Die Scuola di San Marco bei der Kirche Santi Giovanni e Paolo (venezianisch San Zanipolo)

Schon von der Brücke aus wird man den Campo San Zanipolo (San Giovanni e Paolo) entdeckt haben. Gehe man nun also das „berühmteste Reiterstandbild der Welt“ betrachten. Es wird damit an den großen Söldnerführer Bartolomeo Colleoni erinnert, der, als er 1484 starb, sein ganzes Vermögen (fast eine halbe Millionen Dukaten) dem Staat vermachte, der es dringend brauchte. Als Bedingung forderte Colleoni allerdings, daß man ihm „auf der Piazza vor San Marco“ eine Statue errichten würde. Die typisch venezianische Lösung war, daß man, um das Geld zu bekommen, die Statue in Auftrag gab, sie dann aber auf dem Platz vor der „Scuola di San Marco“ aufstellte, da man sich den Anblick Colleonis vor der Basilika lieber ersparen wollte. Die große gotische Backsteinkirche San Zanipolo ist von innen fast noch mächtiger als sie von außen aussieht. Es sind hier mehrere Dogengrabmäler und Plastiken zu finden. An sonnigen Tagen entstehen durch die bunten Glasfenster oft farbige Muster auf dem Kirchenboden. Auch Pflichtprogramm eines jeden Venedigreisenden ist die Bewunderung des dreidimensionalen Wandschmuckes aus der Renaissance der Scuola di San Marco. Dahinter ist schon seit längerem das Krankenhaus. Man sollte allerdings die frisch restaurierte Eingangshalle beäugen und im ersten Stock ist die „Sala Capitolare“ mit einer fantastischen Decke zu besichtigen – heute ein kleines Museum über die Geschichte der Medizin.
Um den Rundgang fortzusetzen, laufe man den Weg, den man auf den Campo San Zanipolo gegangen ist, einfach zurück bis zum Ende der Calle De le Erbe. Diesmal aber, nach der Ponte de le Erbe, rechts auf die Fondamenta van Axel. Hat man jetzt die schöne Holztüre des Palazzo Soranzo van Axel vor sich, ist man richtig gelaufen.

Soranzo van Axel
Den Palazzo Soranzo van Axel habe ich im Kapitel „Palazzi“ etwas genauer beschrieben

Nun geht es nach links in die Calle Castelli und man kommt an die Chiesa Santa Maria dei Miracoli, welche innen und außen sehr gründlich renoviert wurde und daher heute in altem Glanze neu erstrahlend einen guten Eindruck von venezianischer Pracht vermittelt, obwohl die Miracolikirche von innen eher den Charakter einer kühlen Kapelle hat.

Rechts an der Kirche vorbei und über die links liegende Brücke Ponte Maria Nova kommt man auf den Campo Santa Maria Nova, der aber außer zwei Bäumen wenig zu bieten hat. Darum geht man hier links Richtung San Marco durch die Calle del Spezier auf den Campiello San Canciano. Jetzt sollte man scharf aufpassen und nicht Richtung San Marco weiter gehen, sondern einfach geradeaus an der Kirche links vorbei auf den Campo San Canzian und dann über die Brücke Ponte San Canzian. Nach einer schmalen Gasse mit leichtem Knick nach links gerät man auf einen leeren, stillen Platz mit einem Baum: Den Campiello de la Cason. Geht man nun geradeaus durch eine kurze Gasse mit rechtwinkeligem Knick nach rechts und dann sofort scharf nach links, so kommt man auf einen kleinen Campo drio la Chiesa den man nach links überquert um auf den großen Campo SS. Apostili mit Bänken, Kiosken und vielen Leuten zu kommen. Will man sich auch hier nicht weiter aufhalten, geht man geradeaus die Strada Nuova Richtung Ca`d`Oro entlang, biegt dann aber nach links auf den Campo Santa Sofia und geht zum Traghetto (7-20.55/Festtags 8-18.55 Uhr). Hier muß man vielleicht etwas warten, bis das von zwei Ruderern gesteuerte „Gondel-Fährboot“ angelegt hat. Freundliche Menschen halten dann die leider inzwischen doch über 2 Euro (früher war es deutlich günstiger!) für das Übersetzten schon beim Einsteigen bereit. Hat man den Canal Grande überquert, befindet man sich auf dem Fischmarkt.

Fische auf dem Markt
Auf dem Fischmarkt

Vormittags kann man hier den verschiedensten Meeresbewohnern beim Krabbeln, Zucken oder Auf -dem-Eis-liegen zusehen. Weiter geht man rechts über die Brücke und am Canal Grande entlang. Von hier hat man die beste Sicht auf die Fassade der Ca`d`Oro. Ist man bis zum Ende gelaufen, biegt man nach links in die Calle del Campaniel ab und läuft dort „sempre dritto“ bis auf den kleinen Campo San Cassan, wo man sich nach rechts wendet. Ist man über den Platz gelaufen, kommt man über die Brücke Ponte Giovanni Andrea de la Croce o de la Malvasia und durch den Sotoportego de Siora Bettina (man beachte die Schreibweise: signora-siora). Die links liegende Gasse entlang, aber dann gleich die erste rechts durch den Ramo de la Regina und über die Brücke Ponte Santa Maria Mater Domini, kommt man auf den Campo Santa Maria Mater Domini, wo man in der rechts liegenden kleinen Bar einen Cappuccino trinken sollte. Oft findet man dort kaum mehr einen Platz an der Theke. Ich empfehle ruhig zwei Cappuccini zu trinken, da an der nächsten Etappe nur noch wenige gute Bars liegen. Nun gehe man weiter über das Plätzchen und dann nach links in eine lange Gasse, durch welche man immer geradeaus laufe. Nach der Brücke kommt noch die Calle del Cristo mit einem kleinen Knick nach links. Ist diese Gasse nach einer Kreuzung zu Ende, wende man sich nach rechts, dem Schild „per Piazzale Roma“ folgend. Aber, sofort wieder, die erste Gasse, nach links auf den Rio terra secondo, wo man einfach geradeaus geht bis zum Campo Sant`Agostin. Hier muß man sich links halten, über die links liegende Brücke Ponte Donà und durch die Calle Cà Donà o del Spezier gehen. Hat man den niedlichen kleinen Campo San Stin erreicht, geht man scharf nach links und durch die kurze, aber breite Calle, welche genausogut ein Ausläufer des Platzes sein könnte. Geht man über die Brücke Ponte San Stin, ist schon das große, runde Fenster der Frarikirche zu sehen. Läuft man noch geschwind die Fondamenta dei Frari entlang und über die rechtsliegende Brücke, so befindet man sich auf dem Campo dei Frari. Die Kirche ist wirklich besonders sehenswert. Das Triptychon von Bellini in der hinteren Seitenkapelle sollte man dann auf keinen Fall verpassen.

Die Gelateria Millevoglie
Die Gelateria Millevoglie

Weiter geht es an der Kirche links vorbei Richtung Scuola Grande di San Rocco. Unter vielen Venedigreisenden gilt der Prachtbau als „die“ Hauptsehenswürdigkeit überhaupt. Wer sich eher nach einer kleinen süßen Stärkung sehnt, findet in der Gelateria Millevoglie gleich hinter der Frarikirche übrigens auch ganz ausgezeichnetes Eis.

Die Scuole in Venedig sind etwa mit den mittelalterlichen Zünften oder mit den Freimaurerlogen vergleichbar. Die Mitglieder waren meistens reiche, aber nie adelige Bürger, welche entweder einer Minderheit zugehörig waren oder den selben Beruf gemeinsam hatten. Alle Scuole hatten einen Schutzpatron und eine angrenzende Kappelle. Sie widmeten sich wohltätigen Zwecken und manche unterhielten Spitäler oder Waisenhäuser. Zwischen dem 15. Und 18. Jahrhundert wurden die Scuole sehr reich. Im gegenseitigen Wettstreit um die schönsten Gebäude, engagierten sie oft sehr berühmte venezianische Baumeister und Maler. Zu Ende war es mit den Scuole nach dem Sturz der Republik.

Um den Rundgang fortzusetzen, muß man ein kleines Stück zurück rechts an der Frari entlang und durch den Sotoportego San Rocco und am Campiello San Rocco vorbei. Nachdem man über die kleine, schmale Ponte San Rocco und durch die darauf folgende Gasse gelaufen ist, muß man an der Kreuzung nach rechts gehen, dann aber gleich in die erste Gasse links abbiegen. Nach dieser Gasse kommt der Campo San Pantalon, den man schräg nach Rechts, auf die Brücke zugehend überquert. Ist man über die Brücke und durch die Calle de la Chiesa gegangen, kommt man auf den großen Campo Santa Margherita.

Der Campo S. Margherita
Der Campo S. Margherita

Auf diesem bunten Platz herrscht immer viel Leben, auch findet hier ein weiterer Fischmarkt statt, darum ist auf dem zentralen Gebäude eine Tafel mit den Mindest-Größenangaben von verschiedenen Fischsorten. Darunter durfte man keine Fische verkaufen, was eine Art Qualitätssicherung in Venedig war. Umgeben ist der Campo Santa Margherita von sehr vielen Bars, Restaurants und Cafés. Wird man allerdings von der Qual der Wahl vollkommen erdrückt, so betrete man einfach das „Café“ mit dem roten Eingangsbereich. Es scheint immer sehr voll, und in Italien kann man noch davon ausgehen, daß dort wo viele Leute sind, auch Gutes zu finden ist.

Nach der Stärkung geht man über den Platz weiter, schräg nach links Richtung Accademia, San Marco auf den Rio terra`Canal. Am Ende dieses zugeschütteten Kanals über die rechts liegende Brücke, um links das einzige Schiff Venedigs zu sehen, auf dem man gutes Obst und frisches Gemüse kaufen kann. Am Schiff vorbei kommt man auf den Campo S. Barnaba, dessen Eindruck hauptsächlich von einem riesigen Gebäude mit der Aufschrift D.O.M. geprägt wird.

In der Nähe des Campo San Barnaba kann man frisches Gemüse direkt vom Schiff kaufen
In der Nähe des Campo San Barnaba kann man frisches Gemüse direkt vom Schiff kaufen

Nach rechts geht man quer über den Platz und durch den Sotoportego del Casin del nobin. Nach der folgenden Brücke läuft man entlang des Rio de la Toletta. In der links liegenden Libreria alla Toletta sind oft reduzierte Bücher zu bekommen. Braucht man aber Werke zu Venedig, geht man aber am besten in die Calle Paradiso bei S.M. Formosa. Am Ende des Fondamenta biegt man nach links in Richtung der Accademia in eine belebte Gasse ein. Nach der Ponte delle Maravegie geht man nach links und kommt nach der zwangsläufigen Rechtsbiegung in die Calle Contarini Corfù, wo sich links eine „Disco Piano-Bar“ befindet. (Zum Tanzen gibt es Clubs auf dem Lido und in Mestre, in Venedig selber ist es schwierig…)

Die Gasse verläuft schräg nach links und mündet in die Calle Gambara, durch welche man auf den Campo della Carita` kommt, direkt zu Füßen der großen Accademia-Brücke. In der Galerie der „Accademia“ sind in riesigen Sälen viele Bilder der größeren und kleineren alten venezianischen Künstler zu sehen. Weiter geht man rechts an der Brücke vorbei in die rechts liegende Gasse abbiegend. Gleich nach dem links liegenden Fotoladen läuft man nach links in die Calle nova San Agnese wo sich rechts die Bar da Gino befindet. Möglichkeit zu weiteren Cappuccini, und dem besten Toast in ganz Dorsoduro!

Gondolieri auf dem Campo S. Vio
Gondolieri auf dem Campo S. Vio

Kommt man aus der Bar, geht man rechts weiter die Gasse entlang und über die Brücke. Vor sich hat man nun den Campo San Vio, auf welchem mehrere Bänke mit Blick auf den Canal Grande zum Verschnaufen einladen. Besonders mit schweren, harten Schuhen bekommt man auf dem Pflaster Venedigs rasch Rückenschmerzen.

Nun geht man erfrischt weiter, in die Calle del la Chiesa, an deren Ende ein oft betrachtetes Geschäft namens „Norelene“ ist, in welchem farbig bedruckte Samtstoffe zu kaufen sind.

Auf der Fondamenta venier dai Leoni, welche man nun entlang geht, stehen oft Maler um ihre Bilder loszuwerden. Am Ende der Fondamenta muß man sich nach links wenden. Hier befindet sich die sehr sehenswerte Peggy-Guggenheim-Collection mit moderner Kunst.

Nach der Calle San Cristofolo und der Brücke Ponte San Cristofolo kommt man auf den Campiello Barbaro, an dem man links vorbei geht, um dann immer geradeaus nacheinander durch die Calle Barbaro, den Ramo del Barbaro, über die Brücke und durch die Calle del Bastion zu gehen. Nach der Calle San Gregorio sieht man auf dem Campo San Gregorio eine schlichte gotisch-arabische Backsteinkirche. Hier sollte man links in die Calle de`l`Abazia und durch den Sotoportego de`l`Abazia gehen. Nach der kleinen Holzbrücke kommt man auf den Campo della Salute.

Abendstimmung an der Zattera
Abendstimmung an der Riva degli Schiavoni

Ist die wirklich sehenswerte Chiesa Santa Maria della Salute gerade geschlossen, hat man trotzdem eine ausgezeichnete Aussicht. Mit dem Traghetto, welches einfach zu finden ist wenn man weiter am Canal Grande entlang geht, (Station: Dogana) fährt man zwischen 9 und 12 und 14 und 18 Uhr zur Stazione San Marco. Den Ausgangspunkt des Rundganges erreicht man nun einfach das Ufer entlang gehend im Strom der Leute.