Meine Bilder

This page intends to provide a short insight into my new paintings.
Visitors can follow the entire path from the search and finding of new materials up to my studio work.
Finally, there is a small gallery with a selection of my recent works. 

Hier ist ein kleiner Einblick in meine Arbeitsweise und ein Überblick meiner Bilder und Zeichnungen aus der letzten Zeit.

Für meine Serie „Fundstücke“ sammle ich die Bildträger überall, wo ich unterwegs bin. Sehr oft werde ich am Rheinufer fündig. Im Verlauf der letzten Jahre habe ich so mit dem Fahrrad über 20000 Kilometer zurückgelegt.

Bildträger sammeln

In meiner Werkstatt entstehen die Bilder über einen langen Zeitraum. Nur durch viele Schichten, lasierendes Auftragen, Warten, Geduld und Übermalungen bekommt man eine schöne Tiefe und Intensität der Farbflächen. Mein Arbeitsplatz ist in der Ateliergemeinschaft „Kunstbrennerei“ in Bonn.

20000 Kilometer

Über den Arbeitsprozess, wie die Farbflächen nach und nach entstehen und leuchtend werden,  habe ich hier folgend ein paar Punkte aufgeschrieben, die mir besondes wichtig sind.

Gelb ist sehr empfindlich, reagiert sofort auf Verunreinigungen und wird schnell grünlich und nicht mehr leuchtend. Möchte man ein leuchtendes Gelb, muss man damit anfangen. Daneben suche ich aber generell erst einmal möglichst helle Farbflächen anzulegen.

Die Kunstbrennerei: Hier habe ich mein Atelier

Beim Farbenmischen gilt es, möglichst nicht in die „Graufalle“ zu tappen. Es ist nicht gut eine Farbe mit Weiß aufzuhellen. Insbesondere Titanweiß ist kritisch, aber eigentlich droht die Vergrauung mit allen Weißarten. Bleiweiß ist von allen Weißen am besten zum Mischen geeignet, aber sehr giftig und man braucht sehr viel: Wenn man z.B. ein richtiges Hellblau haben möchte, ist der Mischvorgang  sogar eher umgekehrt und man nimmt Weiß mit etwas Blau. Die Graufalle heißt so, weil alle mit Weiß gemischten Farben „gräulich“ wirken und nicht mehr brillant sind. Es ist kein Glanz mehr in ihnen.

Studioporn Kunstbrennerei
Mein Arbeitsplatz mit Tisch, Staffelei und neuen Brettern

Das Gegenteil dieses „Versumpfens“ der Farben erlebt man mit Lasuren. Durch viele dünne Farbschichten kann man eine Farbfläche tief, leuchtend und „brillant“ machen.
Nach dem ersten Schritt wirken die noch jungen Bilder ziemlich oft etwas „gräulich.
Man ist ungeduldig und möchte das Bild gerne direkt vor sich entstehen sehen. Dabei fällt es oft sehr schwer einzelne Schritte zu überspringen und etwas zu tun, was nur die Basis für einen späteren Schritt sein soll. Es ist nicht leicht eine Fläche noch offen lassen, etwas frei und schwingend zu malen und den richtigen Zeitpunkt zu finden – bevor etwas „tot gemalt“ ist. Das Malen ist außerdem als Prozess sehr erfüllend und die Freiheit, welche man im Schaffensprozess erleben kann lockt natürlich sehr. Vielleicht sträubt sich deswegen oft etwas in uns gegen ein zu strukturierteres Vorgehen? Möchte man ein leuchtendes Bild, geht es aber leider nicht anders. Ich bin jedenfalls selten gleich mit dem ersten Ergebnis zufrieden.

Es ist dennoch ein Traum, eine großartige Idee, die Künstler schon immer fasziniert hat, dass man wenn alle glücklichen Umstände in gesegneter Konstellation stehen, wenn die Zeit reif ist, dass man in einem Rutsch DAS EINE geniale Bild zaubern kann (z.B. wie die feinen Pinselzeichnungen bei der japanischen Tuschmalerei „Sumi-e“ bzw. „Ink wash painting“).
Meine Erfahrung ist aber, dass Übermalungen, Farbschichtungen, Lasuren, etwas halb oder ganz Verborgenes oder einfach auch nur das Wissen, dass etwas darunter ist, diese Prozesse können ein Bild interessant machen, ihm Tiefe geben und es nach und nach „aufladen“.
Nachdem ich also im „ersten Abwasch“ zwar viele helle Farben und z.B. oft auch reine Gelbtöne habe, übermale ich im Anschluss wieder alle Farben mit unterschiedlichen, sehr dünnen Lasuren. So werden die Bilder letztendlich frisch aber tief und die Farben leuchten sehr hell und wirken doch rein und lebendig.