Fotografieren in der Stadt

Der Sonnenuntergang über Jersey City, Millionen Lichter, die nach und nach überall angehen, ein ständiges Rauschen der Stadt hier oben, aber auch der leichte Abendwind, der warme Luft durch die Gitterstäbe trägt – es ist schon sehr beeindruckend mitten in Manhattan hoch oben auf einem Wolkenkratzer zu stehen und es fällt mir schwer zu glauben, dass das alles wirklich ist. 

Schöne Aussicht genießen. Hier ein paar Fotos von Menschen, die schauen: 

Fast wie ein Schutz, als Anker um nicht abzuheben, ist es da ganz beruhigend sich mit seiner Kamera zu beschäftigen, aufs Handy und auf irgendwelche Knöpfe zu drücken…
Oben auf der Besucherterrasse des Empire State Buildings in New York habe ich nun vier Stunden verbracht und mir einige Gedanken zum Fotografieren in der Stadt gemacht.

Es wurde noch nie so viel fotografiert wie heute. Fotos kosten nichts, mit dem Handy hat jeder überall eine brauchbare Kamera dabei und natürlich will man die Eindrücke der Reise auch teilen und muss dafür „Trophäen“ sammeln. Mit Filtern und einfacher Fotobearbeitung kann man schließlich sogar aus eher bescheidenen Aufnahmen noch eine ganze Menge machen.

Praktisch gibt es meiner Beobachtung nach drei Arten von Fotos, die man auf Reisen macht:  „Fotografieren in der Stadt“ weiterlesen

Fundstücke im S.Y.L.A.NTENHEIM

Auf den Tag genau fünf Jahre nach meinem letzten Aufenthalt bin ich dieses Jahr wieder mit einer Einzelausstellung im S. Y. L. A.N T E N H E I M in der Maxstraße 55 in Bonn.

2013 gab es mit der Ausstellung „Aus heiterem Himmel“ über 100 neue Ölbilder und Aquarelle zu sehen.
Jetzt, 2018, zeige ich noch bis zum 23. März alle neuen Arbeiten aus der Serie „Fundstücke II“, die ich mit dem Fahrrad am Rheinufer gesammelt habe.

Eröffnung und feierliche Ankunft war am Freitag den 9. März. Vielen Dank an alle Besucher! 

Die Arbeiten sind in lockerer „Wolkenhängung“ präsentiert. Das ist eine mehr installative Variation der Petersburger Hängung, wodurch sich die Bilder ergänzen und im Zusammenspiel auch eine ganz neue Wirkung entfalten können – wie man sie letztendlich aber aufhängt, ist dabei eigentlich nicht so wichtig.
Schön ist es so zu beobachten, wie sich das einzelne Bild verhält und wie es gemeinsam mit anderen aussehen und unterschiedlich wirken kann. Einige Bilder kann man auch drehen, um diesen Effekt auszuprobieren.

Als Schmankerl zeige ich außerdem über 100 meiner Lieblingsfotos aus den letzten 2 Jahren. Alle Fotos sind individuell und einzeln abgestimmt eingerahmt. Dabei reicht das Spektrum von glamourösem Gold mit Glitzer bis hin zum dezenten weißen Holzrahmen.

 

Das Klima retten, Ausstellungen und Auktionen

Bei der COP 23, der Klimakonferenz in Bonn, arbeite ich dieses Jahr als Volontär im Bereich ‚Side Events‘.
So ist jeder Tag voll mit wichtigen Themen, neuen Ideen und Impulsen, die man gerne weiter verfolgen möchte. Ein bisschen habe ich dazu hier geschrieben: This is totally happening!

 Parallel dazu hatten wir in meinem Atelier eine Ausstellung:
„Das Klima und Ich“

Dafür habe ich am 27. Oktober eine große Radrunde gedreht und einmal ganz untypisch nicht nur Bretter gesammelt:

Bei Linz fand ich eine Videokassettenhülle, bei Remagen eine Einbauküche und eine lange Latte, vor Rolandseck diverse Kabel und Seile und etwas nördlich von Bonn fischte ich einmal dieses große Nagelbrett aus dem Rhein – ein sehr solides Stück, mit dem ich aber lange Zeit nichts rechtes anzufangen wußte.
Bei jedem Fundstück freue ich mich insgeheim natürlich nicht nur über die Form, die Farbe, angeschrabbelte Ecken und Kanten, die Oberfläche… Oft wäre es doch auch spannend, wenn man wüsste was es eigentlich für eine Funktion hatte. Wo kommt es her? Warum ist es im Fluss gelandet?

Aus dem Video, dem Rohr, der langen Latte und etwas Stroh entstand nun meine Assemblage als Beitrag für unsere Klima-Ausstellung, Titel: „Das Rohr und die lange Latte :- alles muss Rhein“ 


Als Dozent beim Artefact Bonn nehme ich dieses Jahr an unserer Dozentenausstellung in der Graurheindorferstrasse teil.

3 Fundstücke bei der Dozentenausstellung

Vernissage: Donnerstag, 14. Dezember 2017 um 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: 15.12.–17.12.2017 16:00–20:00 Uhr

arte fact – werkstatt für kunst e.V.
Graurheindorferstr. 69 53111 Bonn
www.artefact-bonn.de


Aktuell ist eines meiner Fundstücke in der GALERIE KLATOVY / KLENOVÁ (Tschechien) um anschließend zu Gunsten des Hospic svatého Lazara in Pilsen versteigert zu werden.

Ausstellung:
17.11. – 30.11. 2017
GALERIE KLATOVY / KLENOVÁ
Venisáž výstavy 16.11. 2017 | 18:00
Klenová 1

Auktion: 
01.12. 2017 | zahájení aukce 19:00
GREENSGATE GOLF & LEISURE RESORT
Horomyslická 1, Dýšina


In meiner Ateliergemeinschaft machen wir, wie auch letztes Jahr, eine vorweihnachtliche Benefiz Kunstversteigerung.

In der KunstBRENNEREI, Kölnstrasse 139-141, 53111 Bonn.

Die Auktion ist:
Samstag 2. Dezember 2017 ab 15:30 Uhr

Der Erlös der Versteigerung geht zu 100% an save me Bonn zur Unterstützung des Mentoren-Programms für Flüchtlinge.

Erfolgreich Malen III

Erfolgreich Malen III: Professionalität und Außenwirkung
Kann man von seiner Kunst leben? Wie in jedem Job, muss man dafür professionell arbeiten. Es gibt viele gute Gründe, den Schritt ins professionelle Künstlerleben zu wagen – wer es wirklich tut, wird aber auch wissen dass es eben nicht nur mit drei Schritten getan ist.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle, um meine Serie „Erfolgreich Malen“ abzuschließen, kurz aufzeigen, wie das Bild nach außen treten kann und wie es ein erfolgreiches Bild sein könnte.

In drei Schritten zum erfolgreichen Bild:  „Erfolgreich Malen III“ weiterlesen

Erfolgreich Malen II

Erfolgreich Malen II: Verdichtung und Tiefe
Viele Menschen möchten gerne malen. Hier habe ich einige Erfahrungen und Ansätze zusammengestellt, die es erleichtern sollen in das künstlerische Schaffen hineinzufinden.

Ich will versuchen möglichst konkrete Impulse zu geben, vor allem aber möchte ich Mut machen neues auszuprobieren und immer weiter zu malen – denn solange man unterwegs ist, kann man auch wo Neues ankommen.

Nach dem rein technischen Anfang geht es hier als nächstes darum, einen persönlichen Arbeitsansatz und einen eigenen Bezug zum Bild zu finden.

In drei Schritten zum eigenen Bild:  „Erfolgreich Malen II“ weiterlesen

Erfolgreich Malen I

Erfolgreich Malen I – Der Anfang
Viele Menschen möchten gerne malen. Hier habe ich einige Erfahrungen und Ansätze zusammengestellt, die es erleichtern sollen in das künstlerische Schaffen hineinzufinden.

Ich will versuchen eine möglichst konkrete Anleitung zu geben, obwohl ich weiß, dass das nicht gelingen kann. Trotzdem: Vielleicht hilft es, wenn man sich zunächst tatsächlich einfach ganz rational und strategisch mit der Kunst und dem Bild auseinandersetzt. Spätestens wo es an das eigentliche Malen geht, bei den Fragen nach Farbe und Komposition, möchte diese Anleitung jedoch wirklich nur noch Ausgangspunkt für eigene Wege sein und ermutigen die Regeln bewußt zu brechen und ein eigenes Spiel zu beginnen.

In drei Schritten zum ersten Bild:  „Erfolgreich Malen I“ weiterlesen

Information, Vertrauen und Angst

Harald & Gabi mögen sich. Ob sie Angst haben?

Vertrauen muss man lernen und genau wie man beim Sport ohne Training nicht sehr weit kommen wird, ist auch Vertrauen nicht möglich, ohne dass dahinter gute Erfahrungen und Erlebnisse stehen, die uns positiv geprägt haben.
Informieren ist eigentlich ein künstlerischer Prozess. Informieren kommt definitionsgemäß von In-Form-bringen, eine Gestalt geben, also von formen und bilden.
Hier möchte ich nun ein paar Überlegungen zu Informationen und Vertrauen anführen.
Wenn man reflektiert und sich klar macht warum man etwas wichtig findet, warum man etwas glaubt und wieso man von etwas Bestimmtem überzeugt ist, kommt man schnell an die Grenzen seiner Vernunft. Schließlich kann jede Information ja auch falsch sein. Man kann theoretisch alles als Kontraindikation sehen und genau gegenteilig handeln oder ganz andere Ursachen suchen. Wahrheit und Lügen ist rational nicht einfach beizukommen.
Unser ästhetisches Gefühl hilft uns, einer Informationsquelle zu trauen. Wer oder was uns informieren darf, was uns also formen, prägen und in eine Gestalt bringen darf, wird letztendlich nach ähnlichen Gesichtspunkten entschieden, wie sie z.B. auch in der Kunst gelten. Der innere Maßstab ist immer der selbe. Zur Orientierung in der Informations- und Bilderflut, um all die Reize und Mitteilungen richtig zu filtern, muss etwas sehr persönliches in uns aktiv mithelfen: Verständnis, Einfühlungsvermögen und Vertrauen.

Liebesschlösser sichern die Liebe.

Angst ist das glatte Gegenteil von Vertrauen. Angst haben wir, weil wir etwas nicht verstehen, uns nicht einfühlen können und uns unsicher sind. Haben wir Angst vor etwas, richten wir unsere Aufmerksamkeit verstärkt darauf. Wir schauen genau hin, versuchen uns leise zu konzentrieren und wenn wir dann noch nicht weggerannt sind, wenn wir sehen und verstehen was es ist, können wir uns vielleicht wieder sicher fühlen. Angst und Sorgen sind etwas ganz normales aber immer auch nur temporäres. Meistens können wir sie durch eine Information schnell beschwichtigen, nachschauen, überprüfen und uns dann wieder entspannen.

Was passiert mit der Liebe, wenn man alle Schlösser knackt?

Sind wir vernetzt, möchte uns jedes Medium seine Informationen anbieten. Zeitungen, Facebook, Nachrichtensendungen, Twitter, Blogs – alle wollen uns über wichtige Sachen in Kenntnis setzten. Wir werden über unseren Blutdruck ebenso belehrt wie über die Anzahl der Schritte, die Meinungen von Bekannten bei Facebook und was in der Welt sonst so die ganze Zeit passiert. All diese Informationen möchten für uns bedeutsam sein und stehen immer in einem Wettbewerb um unsere Aufmerksamkeit. Um in diesem Wettbewerb wahrgenommen zu werden, braucht die Information einen Anker, damit sie uns persönlich betrifft. Am besten funktioniert das mit einem Gefühl: Positiv oder negativ. Hauptsache, der Informationswert weicht von „Normalnull“ ab und wird als wichtig wahrgenommen.
„Information, Vertrauen und Angst“ weiterlesen

Abstrakte Fotos und inspirierende Situationen

Die Welt ist voller abstrakter Formen, Muster, Figuren und Linien.

Wenn man aus dem fahrenden Zug heraus fotografiert, lange belichtet, wenn sich etwas im Wasser spiegelt oder ganz einfach wenn etwas aus seinem gewöhnlichen Zusammenhang heraus nicht sofort erkennbar wird, entstehen Fotos, die sich nicht gleich erschließen. Oberflächen, Reflexionen, Unschärfen…

Unterwegs finden sich eigentlich täglich solche Situationen. Zweige werfen ihre Schatten an eine Wand, die Sonne bricht durch kleine Ritzen oder das Wasser kräuselt sich besonders funkelnd. Auch aus der Nähe betrachtet, sieht einiges sehr sonderbar aus.

Über die Jahre habe ich eine ganze Menge solcher Dinge gesammelt und hier möchte ich jetzt eine kleine Auswahl mit meinen interessantesten abstrakten Fotos zeigen. Diese Bilder wollen nichts ablichten, sie zeigen aber auf ihre Art sehr unterschiedliche Qualitäten. Besonders die klaren Linien, herausstechende, leuchtende Farben, die geometrischen Strukturen, Muster und Kompositionen finde ich interessant. In den Unschärfen entstehen Flächen, Lichter zeichnen ihren Weg durchs Bild und neue, unerwartete Figuren werden sichtbar.

Ganz gewöhnliche Dinge oder alltägliche Gegenstände können spannend aussehen, weil man den Kontext nicht gleich erkennt. Durch den Zufall, aus etwas ungewöhnlichen Perspektiven oder aus dem Moment heraus entstehen dann Formen, Flächen, spannende Situationen und Bildkompositionen:


Die Natur hat wirklich unendliche Formen und entwickelt immer weiter neue, wunderschöne Muster und Figuren. Von weit oben staunt man ebenso wie ganz nah, im Makrobereich. 


Speziell Oberflächen sind eine weite Spielwiese. Man kann sich über Sand im Wind genauso wundern wie über tanzende Herbstblätter, zugefrorene Seen, Frühlingswiesen, zerdrückte Erdkrümel oder kalten Kaffee:


Licht, Schatten, Spiegelungen und Reflexionen zeichnen oft komplexe, feine Silhouetten auf Hauswände, Zimmerdecken, Waldseen oder Pfützen:


Schließlich gibt es die technischen, experimentellen Abstraktionen der Kamera: Lange Belichtungen, Bewegungen oder Unschärfe abstrahieren eine eigentlich sonst ganz konkrete Situation bis zur völligen Unkenntlichkeit.

Ich experimentiere gerne aus fahrenden Zügen oder indem ich meine Kamera drehe und extra verwackele. Ganz nah fokussierte Fensterscheiben zeigen bunte Lichter im Hintergrund nur noch als riesige Farbflecken.
Das schöne an die­ser­art Fotos sind vor allem die besonders klaren Linien und leuchtenden Farbflächen. Die Bilder sind meistens sehr geometrisch, haben eine ganz präzise Farbigkeit und eine sehr schlichte Komposition:

Solche Fotos finde ich besonders, weil sie oft unerwartet anders werden. Durch die Abstraktion und das Experiment kann man sich auch gut die eigenen ästhetischen Kriterien bewußt machen – warum gefällt mir das eine, warum das andere vielleicht nicht so sehr? Oft ergeben sich auch gute Vorlagen für eine weitere Verarbeitung – als Zeichnung oder mit Farbe.

Lichter, Situationen und Bewegungen können durch das fotografische Experiment zu einem sehr guten Ausgangspunkt für neue Bilder werden und bekommen Raum ihre eigene Poesie zu entfalten. Ganz nebenbei schult man schließlich auch den eigenen Blick und öffnet sich dadurch immer mehr für inspirierende Momente und neue, spannende Zusammenhänge.